Ausgabe 1/2016

Zeitgespräch mit Barthold Witte

Katharina Sprott (Landesvorstand der Liberalen Hochschulgruppen NRW) und Brigitte Bremer (Präses des VLA) trafen das VLA-Gründungsmitglied zu einem Gespräch in seiner Bonner Heimat.

Brigitte Bremer und Katharina Sprott: Letztes Jahr feierten wir 60 Jahre VLA. Am 6.2.1955 wurde er in Bonn gegründet. Was war die Motivation, einen Verband, wie den des Verbands liberaler Akademiker zu gründen?

Barthold Witte: Die Gründungsgruppe, die den VLA – damals noch Seniorenverband liberaler Studenten – vor gut 60 Jahren ins Leben gerufen hat, zu der Karl Hermann Flach, Joachim Bretschneider, Alf-Ingmar Foerster und eine Reihe anderer zählten, hatte von vornherein ein politisches Ziel, das über die Hochschulpolitik weit hinausging: Wir wollten den Liberalismus erneuern, die FDP zu einer wirklich liberalen Partei machen und das auch durch Unterwanderung, wie Flach einmal dargelegt hat. Wir wollten, indem wir uns gegenseitig in Schlüsselpositionen brachten, erreichen, dass wir von dort aus erfolgreiche Programmarbeit betreiben und die Partei zum Liberalen hin verändern könnten. Das war das Ziel. Wir hatten also, das war der entscheidende Punkt, nicht die Hochschulpolitik als Hauptgegenstand unserer Bemühungen – im Gegensatz zu heute – wir verfolgten politische Ziele.

Einige FDP-Mitglieder waren damals ehemalige Nazis – zumindest in NRW – und entsprechend rechts orientiert.

W: Das muss man etwas genauer sagen. Die Situation war die, dass es in der FDP zwei ganz unterschiedliche Gruppen gab. Zum einen die „Altliberalen“, wie ich sie nennen möchte – Theodor Heuss und andere – hatten schon Erfahrungen aus der Zeit der Weimarer Republik gesammelt. Als damalige Mitglieder der Demokratischen Partei führten sie linksliberale Politik vor. Die zweite Gruppe (NRW, Niedersachsen, Hessen) hatte sich zum Ziel gesetzt, die gewesenen Nazis, von denen es sehr viele gab, wieder in den Staat zu integrieren mit der Strategie, sie programmatisch zu umgarnen. Also sollte ein Programm entwickelt werden, dass den ehemaligen Nazis gut gefiel.

Wer in Führungspositionen war, der gelangt nach einem politischen Wandel wieder in Führungspositionen, so sagt man. Gelangten diese Personen innerhalb der FDP ebenfalls wieder zu Führungspositionen?

W:  Nein, die aus der Nazizeit eigentlich nicht.

Wurde ihnen der Prozess gemacht?

W: Es bestand eine Art Generalpardon für ehemalige Nazis. Das, was die einzelnen an Scheußlichkeiten verantwortet hatten, wurde ausgeblendet. Es wurde gesagt, dass sie nun gute Staatsbürger in der neuen Demokratie werden sollen. Ironischerweise ist das im Gesamten sogar gelungen, weil nicht nur die FDP, sondern besonders die CDU den ehemaligen Nazis eine Art politische Heimat bot.

Die, die sich in der Gründungsphase zusammenfanden, studierten sie gemeinsam an einer Universität? Wie kam diese Gruppe zusammen?

W: Das verbindende Element war der liberale Studentenbund, den wir zuvor gegründet hatten.
Es war im Grunde die gleiche Personengruppe.

Also war dies mehr oder weniger der Bundesverband, aus dem dann die Gründung des Seniorenverbandes entstand?

W: Diese Gründungsgruppe hat sich tatsächlich im liberalen Studentenbund kennengelernt. Wir waren vorher isoliert. Alle wohnten an verschiedenen Orten, der liberale Studentenbund hat uns zusammengebracht. Daraus entstanden auch Freundschaften. Karl Hermann Flach wurde zu einem meiner besten Freunde. Wir waren also über dieses Politische hinaus auch freundschaftlich verbunden. Wir wollten gerne erreichen, dass diese Freundschaft auf Dauer bestehen bleibt und dass wir andere miteinbeziehen können.

Was waren damals die bewegenden politischen Themen an den Universitäten?

W: Zunächst einmal der Wiederaufbau. Die Städte waren größtenteils noch zerstört, die Industrie war lahmgelegt, nicht nur durch Bomben und Zerstörungen, auch durch Reparationsleistungen nach dem Krieg. In dieser Lage wollten wir erreichen, dass erstens wieder wirklich liberale Politik gemacht wird und zweitens, dass wir selber diese Politik machen. Das ist in Teilen gelungen. Es gab eine Reihe von frühen Mitgliedern, die sich meistens in der FDP sehr stark engagiert haben und dort auch was geworden sind, ich gehöre natürlich dazu.

Kleiner Exkurs. Diese eben genannten Themen würde man heute zu dem allgemeinpolitischen Mandat zählen. Haben sich Studenten dort auch eher mit studentischen Themen beschäftigt oder eher mit bundesweiten/globalen Themen?

W: Abgrenzen konnte man das nicht. Was wir hochschulpolitisch erreichen wollten, war unserem Hauptziel untergeordnet, nämlich politischen Einfluss auszuüben und die Ideen liberaler Politik zum Hauptprinzip zu machen. Die Hochschulpolitik hatte insofern eine dienende Funktion, sie war nicht Thema in sich. Wir haben natürlich für Studierendenparlamente kandidiert, die damals entstanden. Wir waren auch in etlichen Asten vertreten. Insofern haben wir auch die Hochschulpolitik genutzt, um die politischen Ziele durchzusetzen. In diesem Falle mit jüngeren Generationen. An Universitäten und Hochschulen gab es sehr unterschiedliche politische Tendenzen, ich habe noch in Mainz erlebt, wo ich die meiste Zeit meines Studiums verbracht habe, dass es noch eine FDJ-Gruppe gab. Eine Gruppe also, die öffentlich bekannte, dass sie in ihren Finanzen abhängig war von der DDR. Später wurde sie dann durch den Bundesinnenminister verboten. Das war zu meiner Studierendenzeit aber noch nicht der Fall. Für mich war das Studium auch eine ziemlich späte Sache, das Durchschnittsalter war erheblich höher als heute. Das hatte zu tun mit der Kriegsgeneration. Ich war ein Jahr bei der Flak, habe fort Militärdienst als Luftwaffenhelfer geleistet. Nur durch eine Verkettung glücklicher Umstände, bin ich dann später nicht mehr zur Wehrmacht eingezogen worden. Aber wir hatten ja alle schon ein Jahr Kriegsdienst hinter uns, viele auch erheblich mehr. Da gab es schon in den Abiturklassen, die man nach Kriegsende einrichtete, eine ganze Reihe von Studenten oder Schülern, die Mitte zwanzig waren. Also für heutige Verhältnisse kaum vorstellbar.

Deine erste politische Position war Bürgermeister. War das dein Ziel, ein Amt zu bekommen, wo du politisch gestalten könntest?

W: Das stimmt, das wollte ich. Aber das Amt ist mir eigentlich ohne mein Zutun zugefallen. Das ist eine Geschichte für sich, wie man Bürgermeister wird. Die drei demokratischen Parteien, die es damals gab (CDU, FDP, SPD), bildeten auch den Gemeinderat in Hiddesen, bei Detmold, wo ich wohnte und beruflich tätig war, in einem dort ansässigen Verlag, als Redakteur. Ich hatte also zum Gemeinderat kandidiert eben weil ich es, wenn sich die Chance bot, als Pflicht empfand. Das Ergebnis war, dass in den Verhandlungen, die die drei Parteien führten, alle Parteien waren fast gleich stark, alle zunächst ihren eigenen Kandidaten durchbringen wollten. Das scheiterte. Dann wurde der Jüngste zum Bürgermeister gemacht. Ich war da gerade mal Anfang dreißig. Diese Karriere ist dann allerdings unterbrochen worden, weil ich bald danach die Leitung der Bonner Redaktion des Verlagshauses übernahm. Ich wollte nach Bonn zurück und auch das war natürlich Teil einer Strategie, die wir gemeinsam entwickelt hatten. Wer immer von uns die Chance hatte, sollte diese auch nutzen und unser Netzwerk auf diese Weise immer höher positionieren. Es war ja ein Netzwerk, das wir gemacht hatten. Der Seniorenverband gab dann die organisatorische Festigkeit hinzu.

In der Satzung des VLA steht, dass es ein Freundeskreis ist, der den politischen Nachwuchs unterstützt, neben politischer Bildung etc. Wir sagen heute: Das Wichtigste ist die Unterstützung der liberalen Hochschulgruppen und der Freundeskreis. Ich bin seit 2003 dabei und habe nicht wahrgenommen, dass der ursprüngliche Gedanke des Netzwerkens heute noch lebendig ist. Wie ist es denn dazu gekommen?

W: Der Generationenwechsel scheint mir hier das Entscheidende zu sein. Der VLA besteht nun 60 Jahre, wir haben also mindestens zwei Generationen, wenn nicht drei, die im VLA tätig gewesen sind. In dem Maße, in dem sich die Politik in der Bundesrepublik verfestigt hat, hat eine Strategie weniger Chancen gehabt, wie wir sie ursprünglich hatten. Wenn also die Strukturen fest geworden sind und die Personen, die diese Strukturen besetzen sich auch festhalten an ihren Traditionen, dann passiert eben nicht mehr viel. Und so ist das auch gewesen. Es war in den 60er Jahren dann schon klar, dass die FDP die nationalistische Infektion überstanden hatte, in dem Sinne also nicht mehr ein Sammelbecken von Nationalisten gewesen ist. Insofern haben wir sogar unsere Ziele erreicht. Wir haben zumindest dazu beigetragen, dass die FDP zu einer genuin liberalen Partei geworden ist.

Gab es auch Überlegungen andere Aufgaben wahrzunehmen??

W: Nein, welche hätten das auch sein sollen. Berufliche Förderung wäre eine Möglichkeit gewesen, die Altherrenverbände machen das traditionell. Das haben wir nie gemacht und auch nicht erwogen.

Eine Umbenennung des Verbandes kam nach der Wiedervereinigung. Aus dem Seniorenverband wurde der VLA.

W: Die beiden Bezeichnungen waren schon in der Gründungsphase erörtert worden. Wir haben uns damals aber zunächst entschieden den Seniorenverband in den Vordergrund zu stellen, ein bisschen wohl auch um unsere eigenen Ziele nicht zu deutlich erkennen zu lassen, so ist das, wenn man unterirdische Strategien betreibt und das war ja so. Wir wollten unterirdisch die FDP verändern, und das war gelungen. Und infolgedessen war die Bezeichnung Seniorenverband auch in der Folgezeit angemessen. Wir haben aber in der Gründungsphase zumindest auch in der Unterzeile die Bezeichnung VLA schon gehabt.

Der VLA hat momentan so um die 300 Mitglieder, in der Spitze waren es über 400. Wären wir ein Unternehmen, käme sofort die Frage einer möglichen Übernahme oder Fusion auf. Wurden diese Überlegungen jemals diskutiert?

W: Nein, nach meiner Erinnerung so nicht. Und zwar von Anfang an nicht. Wir waren uns im Grunde im Klaren, dass eine solche Strategie wie wir sie vorhatten auch recht unabhängig ist von der Frage, wie viele Mitglieder der Verband hat. Wir waren selbstbewusst genug, um anzunehmen, dass wir es auch als Netzwerk von vielleicht 20-25 Leuten schaffen würden. Ob das realistisch war ist eine andere Frage, aber das Selbstbewusstsein hatten wir. Man darf nicht vergessen: Einer von uns ist sehr rasch zum Generalsekretär der FDP geworden. Das war also Teil der Strategie, so wie es auch war, dass ich nachdem ich ehrenamtlich für die FNF tätig war, die Nachfolge von Werner Stephan als Geschäftsführer der Stiftung wahrnahm, womit eine weitere Schlüsselposition besetzt war. Interessant ist, dass wir auch in den Unternehmerverbänden ganz erfolgreich waren. Speziell im Bundesverband der Arbeitgeberverbände, in dem mehrere unserer Mitglieder tätig gewesen und in Leitungspositionen gelangt sind. Das gehört ebenfalls zum Netzwerken dazu, dass man sich auch gesellschaftlich einbrachte und nicht nur politisch.

Die Liberalen sind momentan nicht im Bundestag vertreten. Wir wissen auch nicht, ob sie wieder reinkommen. Hoffnung ist da, die Umfragewerte liegen bei rund 5 Prozent. Die liberalen Hochschulgruppen sind hingegen sehr aktiv und erzielen an vielen Hochschulen sehr gute Wahlergebnisse. Wie sieht Deine Empfehlung aus?

W: Im Grunde eine Wiederholung der Strategie von damals. Was Besseres fällt mir nicht ein. Das würde für die heute aus den Universitäten ausscheidende und in den Beruf einsteigende Generation heißen, dass sich dort einige Personen zusammentun und beginnen, ein Netzwerk zu stricken, dessen Ziel es ist, eine Partei zu übernehmen. Es muss nicht unbedingt eine Regierungsbeteiligung sein. Die Oppositionszeiten sind auch wichtig. Das Ziel sollte zunächst sein, in den Bundestag einzuziehen. Das Zweite wäre dann die FDP programmatisch und politisch auf den heutigen Stand zu bringen. Ein Lindner allein schafft das nicht. Er hat ohne Frage gute Ansätze, ich wünsche ihm, dass er Erfolg hat. Doch mit der ihm zugeordneter Truppe habe ich so meine Zweifel, ob die das schaffen können. Deswegen muss dort eine jüngere Truppe her, ich sehe eigentlich nur die liberalen Hochschulgruppen, aus denen das hervorgehen kann.

Sollten die Kräfte von Junge Liberale und LHG gebündelt werden?

W: Enger zusammenarbeiten ja, fusionieren nein. Es sind eben doch verschiedene Aufgaben, denen man Rechnung tragen muss. Es gäbe auch da weitere Überlegungen, z.B. warum sich nicht bestimmte Berufsgruppen innerhalb der FDP organisieren, sobald sie zur FDP zählen oder sie zumindest wählen. Das ist natürlich Voraussetzung, immer unter dem Stichwort liberal. Liberale Ärzte oder Anwälte beispielsweise.

Diese Gruppen gibt es ja, in diese sollte der Nachwuchs auch rein und sich vernetzen.

W: Aber ja.

Abgerundet: Hat der VLA noch eine Zukunft und wenn ja, wie siehst du die Zukunft für den VLA?

W: Aber ja, natürlich. Die Fülle der Aufgaben, die auf den VLA warten und auf die anderen ihm befreundeten liberalen Organisationen (Junge Liberale, VSA), aus dieser Vielfalt muss auch wieder Nachwuchs für die Politik hervorgehen. Der Nachwuchs sollte sich nicht nur auf Hochschul- oder Kommunalpolitik konzentrieren, sondern auch in die große Politik streben.

Abschließend möchte ich noch eine Frage zur großen Weltpolitik stellen. Aktuell tagt die Sicherheitskonferenz in München. Es wird Krieg gegen den Islamischen Staat geführt. Die Russen sprechen von einem neuen Kalten Krieg etc. Wie siehst du das Weltgeschehen und was wird aus Europa?

W:

Das ist mit einem Wort nicht zu machen. Mit vielen Wörtern vielleicht. Ich will es aber trotzdem versuchen. Zu erkennen ist, dass das vereinte Deutschland seit der Vereinigung an weltpolitischem Gewicht immer weiter zugenommen hat. Es ist kein Zufall, dass beispielsweise die Syrieneinigung auf einen Waffenstillstand in München auf Initiative unseres Außenministers Steinmeier stattgefunden hat. Das zeigt symbolisch, dass das vereinte Deutschland auch als selbstständiger Akteur, nicht nur im Rahmen der Europäischen Union, eine wachsende Rolle zu spielen hat. Die wächst ihm einfach zu, man muss sie aufnehmen. Es erweist sich auch, dass die europäische Integration nach bisherigem Muster nicht so weitergehen kann. Da muss also zunächst eine öffentliche Debatte geführt werden: Soll es eine Renationalisierung geben, wie es übrigens auch in demokratischen Parteien durchaus Tendenzen gibt, bei der CDU auch bei der SPD und wenn die FDP wieder in den Bundestag kommen sollte, sicherlich auch bei den Liberalen. Solche Tendenzen sind auch legitim, der Nationalstaat ist eben nicht an sein Ende gekommen, das ist ein Irrtum. Er kann aber, wegen der Größenordnung, nur tätig werden, wenn er in Verbindung mit Anderen agiert. Und das ist zunächst einmal natürlich die EU. Aber es gibt auch die transatlantischen Organisationen, die wir mit Recht für lebenswichtig halten. Die in manchen Dingen, beispielsweise Freihandel, wie sich jetzt zeigt, viel wichtiger für uns sind als die EU. Die Schwellenländer, die zunehmend an Einfluss gewinnen (das Phänomen China sowieso), werden ihr Gewicht in die Waagschale werfen. Dadurch verändert sich grundlegend die weltpolitische Szenerie, der man Rechnung tragen muss. Ich bin ziemlich sicher, dass Steinmeier das begriffen hat (von dem ich viel halte). Aber ein Außenminister allein schafft das natürlich nicht. Wenn die Nationalstaaten neben ihrer Rolle als Mitglied der EU dann zunehmend eigene Politik machen, wie von jeher die Franzosen oder die Briten, ist die Aufgabe umso schwerer zu bewältigen. Gesetzt den Fall das Referendum, das Cameron durchführen wird, geht positiv aus für die EU – also so, dass die Briten in der EU bleiben – was ist denn dann? Dann haben wir ein Mitglied, das sich in allen wichtigen Fragen vorbehält, eigene souveräne Entscheidungen zu fällen, gleichwohl aber als Mitglied agiert. Mal sehen wie das geht. Ich bin da gar nicht von Vornherein auf Ablehnung eingestellt. Aber das Verhältnis zwischen Union und Staat muss neu austariert werden. Die Brüsseler Methode, die am Ende bei einer Richtlinie landet, die sich mit der Größe der Eier beschäftigt, ist ein Fehlweg. Warum sollen die Bananen nicht krümmer sein als die EU erlaubt? Das sind alles Dinge, die sicher gut gemeint sind, aber gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut.

Um es noch einmal zu sagen: Entscheidend scheint es mir zu sein, das Verhältnis zwischen Union und Mitgliedstaaten neu auszutarieren. Übrigens gilt Ähnliches für viele multinationale Zusammenschlüsse wie die Vereinten Nationen. Auch da muss neu austariert werden. Die UNO hat eine wachsende Bedeutung bekommen, aber was bedeutet das für ihre Strukturen? Reichen sie aus oder stehen hier nicht auch Reformen an? Bislang ist es nur eine Versammlung von Regierungsvertretern. Wieso denn eigentlich? Wo ist das Parlament, das nach unserem Verständnis notwendig ist? Denn wir leben im Zeitalter der parlamentarischen Demokratie. Demokratie ist gut, eine parlamentarische Demokratie wäre besser.

Vielen Dank für Deine Zeit und das Gespräche.

Dr. Dr. h.c. Barthold C. Witte, geb. am 19. Mai 1928 in Kirchberg/Hunsrück, studierte Geschichte, Geographie und deutsche Literatur in Mainz sowie Zürich mit anschließender Promotion. Ab 1964 wr er Geschäftsführer der Friedrich-Naumann-Stiftung bis er 1971 Vertreter für das Auswärtige Amt (AA) in Genf und Kairo wurde. Dem AA blieb er bis zu seinber Pensionierung treu und leitete dast eine Dekade die Kulturabteilung. Die Friedrich-Naumann-Stiftung berief ihn in Ehrenämter wie: Mitglied des Kuratoriums (1976-1991), stellvertretender Vorstandsvorsitzender (1991-1994). Seit 1950 ist Witte Mitglied der FDP und ist Gründungsmitglied des VLA.