Zu Beginn der 70er Jahren wurden die Folgen des Wirtschaftswunders sichtbar. Die Gewässer waren verschmutzt, die Luft verpestet, die Landschaft vermüllt. Energiehunger und Ölpreiskrise (1973) prägten eine Generation. Und es war gar nicht daran zu denken, die Füße im Sommer im Rhein abzukühlen, wie wir es heute (wieder) tun. Der Rhein war eine eklige Brühe und stank. Die Luft über ihm war diesig von den schnaufenden Dieselschiffen, die rheinauf- und abwärts Waren und Rohstoffe transportierten. Höchste Zeit, etwas zu ändern!

Sozialliberale Koalition mit liberaler Umweltpolitik

Es waren Willy Brandt (SPD), seit 1969 regierender Bundeskanzler, und sein Vizekanzler Walter Scheel (FDP) die gemeinsam das neue Politikfeld „Umweltpolitik“ im Jahre 1971 einführten. Als Vorbilder diente ihnen die Umweltpolitik der USA sowie die schon im Vorfeld einflussreiche UN-Umweltkonferenz in Stockholm 1972. Nach seiner Initiierung nahm die damalige Bundesregierung umgehend ein Sofortprogramm (1970) in Angriff. Ein anspruchsvolles Umweltprogramm mit detailliertem Gesetzgebungsfahrplan und konkreten Zielvorgaben folgte nur ein Jahr später, konkret am 29. September 1971. Ein Meilenstein der Umweltpolitik, der nun sein 50. Jubiläum hat.

Ein Meilenstein, der jedoch ohne Mitglieder des VLA nicht zu denken wäre. Die Hand dieser sozialliberalen Umweltpolitik führte Peter Mencke-Glückert, langjähriger Präses des VLA. Er leitete von 1970 bis 1075 die  Abteilung Umweltangelegenheiten des Bundesinnenministeriums. In dieser Funktion unterfütterte so inhaltlich die Rettung der Unwelt für die Innenminister Hans-Dietrich Genscher und Werner Maihofer. Seine Bedeutung für die Durchsetzung der Umweltpolitik als bundesrepublikanisches Thema kann nicht unterschätzt werden. Unterstützt wurde Peter Menke-Glückert dabei von zahlreichen liberalen Weggefährten, die bis heute Mitglied im VLA sind, auch wenn sie vielleicht in Teilen der FDP den Rücken gekehrt haben.

Steht die Ampel vor der Tür?

Nun also 50 Jahre später scheint mit dem Ausgang der Bundestagswahl eine Neuauflage liberaler Umweltpolitik, ja vielleicht sogar der sozialliberalen Koalition mit den Grünen als drittem Partner möglich. Sind wir also einer Ampel nahe? Oder kommt doch Jamaika, das dann getrieben von FDP und Grünen eine neue Umwelt- und Klimapolitik einleitet?

So oder so: Hoffen wir, dass die zukünftige Bundesregierung an der Grüne und FDP aller Wahrscheinlichkeit nach beteiligt sein werden, gemeinsam das Beste und Innovativste zum Klimaschutz beitragen, damit unsere Kinder eine lebenswerte und vielfältige Welt behalten. Neue Meilensteine braucht das Land! Aber auch wir können jeden Tag etwas für den Klimaschutz tun. Mit jedem bewussten Einkauf im Supermarkt und mit jeder Reparatur eines Haushaltsgegenstandes, den wir nicht wegzuwerfen brauchen, tragen wir zum Klimaschutz bei. Weiter so!