vom 23. November 2019

Smart Cities – Regionaltreffen in Bonn 2019

Die digitale Transformation europäischer Städte als Spiegel unserer gesellschaftlichen Grundwerte?

Woran denken Sie eigentlich bei dem Begriff Smart Cities? Selbstfahrende Autos, intelligenter öffentlicher Nahverkehr? Oder doch eher die Teilnahme an Bürgerentscheiden oder der Antrag eines neuen Personalausweises über das Smartphone? All diese Themen spielen natürlich eine Rolle in der Smart Cities, doch bilden sie nur einen kleinen Teil des Puzzles. Entgegen dessen, was sich manch einer darunter vorstellen mag, steht bei dem Konzept der Smart Cities nicht die Technologie im Zentrum. Vielmehr geht es um die gesamtheitliche Weiterentwicklung unserer Städte im Sinne der Bürger. Alle diese Entwicklungsschritte benötigen und produzieren neue Daten. Das viel diskutierte und höchst spannende Thema des Schutzes der persönlichen Daten soll bei unserem Regionaltreffen allerdings nicht im Vordergrund stehen, sondern die Frage, wem diese neu generierten Daten aus den Smart Cities Anwendungen eigentlich gehören sollen und zu welchem Zweck wir diese einsetzen können und vor allem wollen. Gehören diese dem Staat in Form einer Stadtverwaltung, also dem Nutzer und gleichzeitig Erzeuger dieser Daten? Oder gehören sie dem Unternehmen, welches die Technologie und digitale Infrastruktur für die Auswertung und Erzeugung dieser Daten stellt? Oder doch den Bürgern, die die Quelle dieser Daten darstellen, häufig schlicht dadurch, dass sie ganz anonym am täglichen Geschehen ihrer Stadt teilnehmen?

Referenten mit Praxiserfahrung

Wir wollen dieses Thema mit Experten aus Wissenschaft und Praxis sowie gemeinsam mit Ihnen diskutieren. Dr. Ralf-Rainer Piesold wird dazu einen wissenschaftlichen Expertenvortrag zum Thema Smart Cities und Datenhoheit halten. Er ist ehemaliger Stadtrat der Stadt Hanau und unterrichtet bereits seit 1992 der an der Frankfurt University of Applied Sciences am Fachbereich Wirtschaft und Recht. Seit 2015 ist er Fellow dieses Fachbereichs. Des Weiteren ist er Mitglied des VLA.   Der erste Praxisexkurs wird durch Tom Lawson vorgenommen, er ist Gründer und Geschäftsführer der LambdaQoppa Enterprise GmbH. Sie hilft dem öffentlichen Sektor soziale Problemstellungen digital zu lösen und eGovernment Konzepte umzusetzen. Das Unternehmen ist mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem eGov Award des Bitkom Verbandes.   Einen weiteren Einblick in die Praxis zu diesem Thema geben uns die zwei Gründer von Polunio: Alexandru Rînciog und Elias Mühlbrecht. Alexander hat nach einem Studium der Politikwissenschaft, Informatik am Karlsruher Institut für Technologie studiert. Sein Schwerpunkt liegt auf maschinellem Lernen und Kryptographie. Er interessiert sich sehr für Politik und Philosophie und ist neugierig auf ungelöste Probleme. Elias ist studierter Wirtschaftsingenieur und arbeitete als IT-Berater in verschiedenen digitalen Projekten Als kritischer Denker muss er immer etwas Neues lernen, den Status quo und vorgegebene Normen in Frage stellen, um Grenzen jenseits des Vorstellbaren zu überschreiten. Im Anschluss an die Vorträge wird es eine offene Podiumsdiskussion geben, inwiefern die Datenhoheit Rückschlüsse auf gesellschaftliche Wertesysteme zulässt.

Hier findet es statt:

Wir als VLA freuen uns also, Sie gemeinsam mit der Friedrich-Naumann-Stiftung am 23. November 2019 um 10.30 Uhr im Bonner Restaurant „Zur Bühne“ (Kapuzinerstraße 13, 53113 Bonn) begrüßen zu dürfen. Gegen 13 Uhr lassen wir den Vormittag bei einem leichten Mittagessen gemeinsam ausklingen.