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Einblicke in Erinnerungen und Gedanken der zwei ältesten weiblichen Mitglieder des VLA, Margret Haferland und Helene Olbertz-Schopp

LP 2/2025 | Margret
Haferland und Olbertz-Schopp

Einblicke in Erinnerungen und Gedanken der zwei ältesten weiblichen Mitglieder des VLA, Margret Haferland und Helene Olbertz-Schopp: Ein Blick zurück zeigt, wie sehr die koreanische Bevölkerung in den vergangenen Jahrhunderten unter Besatzung gelitten und wie häufig das Land Spielball verschiedenster Interessen war. Zumeist waren Japan, China und die Mongolei mit teilweise blutigen und brutalen Überfällen bestrebt, Einfluss auf die Halbinsel zu erlangen und zu wahren oder
diese in das eigene Herrschaftsgebiet mit einzubeziehen.

Kurzporträt Margret Haferland

Margret Haferland hat die Brüche der deutschen Geschichte am eigenen Leib erlebt: Aufgewachsen in der DDR, zog es sie in den Westen, wo sie früh in den liberalen Freundes- und Arbeitskreis um Bundesjustizminister Thomas Dehler fand. An der Seite ihres Mannes, eines engagierten Liberalen, begleitete sie viele Jahre das Leben im Verband liberaler Akademiker – zunächst eher still im Hintergrund, später dann auch als Mitglied. Ihr Blick auf Freiheit und Verantwortung speist sich aus persönlichen Erfahrungen mit Diktatur und Demokratie gleichermaßen. Im Gespräch mit ihr werden nicht nur Erinnerungen an die frühe Bonner Republik lebendig, sondern auch Fragen an den Liberalismus der Gegenwart.

Interview Margret Haferland

LP: Sie haben die frühen Jahre der DDR miterlebt. Wenn Sie zurückschauen: Wo haben Sie den Unterschied zu Westdeutschland am stärksten gespürt – gerade, wenn es um Freiheit und persönliche Entfaltung ging?

MH: Lassen Sie mich dazu eine Anekdote erzählen. In der DDR hat man mir den Aufnahmeantrag zum Kulturbund [Anm. der Red.: eine Massenorganisation der Deutschen Demokratischen Republik] hingelegt. Ein Eintritt wurde klar erwartet, es gab keine Wahl und mitreden durfte man auch nicht. Solange ich in der DDR in den 50er Jahren lebte, verschwanden Menschen. Letztlich alle aus dem Kulturbund, die ich kannte, gingen in den Westen, da Sie dort keine Angst haben mussten.

LP: Sie haben nach Ihrer eigenen Flucht aus der DDR eng mit Thomas Dehler gearbeitet, dem ersten Bundesjustizminister. Welche Eindrücke aus dieser Zeit sind Ihnen besonders lebendig geblieben?

MH: Mich hat damals beeindruckt, wie zum Beispiel im „Dritten Reich“ zu seiner jüdischen Frau gehalten hat. Im Gegensatz zu vielen anderen haben sie sich nicht getrennt. Immer ist er für seine Ideen eingestanden. Als Mitglied des Parlamentarischen Rates hat er nicht nur an der Entstehung des Grundgesetzes mitgewirkt, sondern er ist auch zeit seines Lebens für die Wiedervereinigung eingetreten.

LP: Ihr Mann Dr. Han Haferland war ein überzeugter Liberaler. Was hat Sie an seiner Haltung geprägt – und wie haben Sie damals Ihre eigene Rolle an seiner Seite verstanden?

MH: Schon als Student in der Leipziger Zeit hat sich mein Mann dafür eingesetzt, dass die Hochschulen frei von einer Linie blieben. Gerade vor dem Hintergrund der Verhaftungen im liberalen Kreis war das sehr mutig. Ich selbst war seine berufstätige Ehefrau – damals keine Selbstverständlichkeit!

LP: Sie haben das VLA-Leben lange als Begleiterin von außen verfolgt. Gab es einen Moment, an dem Sie dachten: Jetzt gehöre ich wirklich dazu?

MH: Dieser Gedanke kam mir so nie, da immer ein Gefühl der Verbundenheit bestand und ich mit meinem Mann einfach dazugehörte.

LP: Wenn Sie den Liberalismus heute betrachten: Was erkennen Sie wieder aus den Anfangsjahren, und was hat sich für Sie grundlegend verändert?

MH: Ehrlich gesagt erkenne ich den Liberalismus der Anfangsjahre heute nicht mehr. Es fehlt der Idealismus und es mangelt an Teamplayern. Letztlich erscheint mir die Postenverteilung im Laufe der Zeit immer wichtiger geworden zu sein.

LP: Wenn Sie einer jungen liberalen Frau heute etwas mitgeben könnten – was wäre Ihr Rat?

MH: Ich kann nur raten, stets beharrlich zu bleiben.

LP: Was wünschen Sie sich für die Zukunft des VLA, damit er auch in einer komplexeren Welt lebendig bleibt?

MH: Aus meiner Sicht sollte der VLA sich stärker in die politischen Diskussionen innerhalb der FDP einbringen. Der VLA sollte dort sichtbar sein und, wo möglich, Einfluss nehmen.

Kurzporträt Helene Olbertz-Schopp

Seit den Anfangsjahren ist Helene Olbertz-Schopp eng mit dem Verband liberaler Akademiker verbunden. Als Juristin mit Sinn fürs Praktische – sie studierte neben Jura auch Hauswirtschaft – hat sie stets den Anspruch vertreten, liberales Denken im Alltag zu verankern. Über Jahrzehnte hinweg war sie eine feste Größe bei Seminaren, Conventen und Begegnungen des VLA, wo sie bis heute mit wachem Interesse teilnimmt. In der Rubrik „Ein paar Fragen an …“ der Liberalen Perspektiven betonte sie, wie sehr sie den Austausch mit der jungen Generation schätzt. Ihre Biografie steht für Kontinuität und Dialog – und für die Überzeugung, dass Liberalismus nicht nur eine Haltung, sondern eine Lebensform ist.

Interview Helene Olbertz-Schopp

LP: Sie waren fast von Anfang an im VLA dabei. Was hat Sie damals bewogen, sich diesem neuen Verband anzuschließen?

HOS: Ich war schon währen des Jurastudiums in der LHG, nachdem ich eine Diskussion von Kommilitonen mitgehört und mich an sie gewandt hatte, weil ich genau derselben Meinung war. Als ich nach dem Examen zu der Gruppe stieß, machte man mir klar, dass ich nun nicht mehr dazugehöre. Als Tochter eines Studentenverbindungsmitgliedes kannte ich das Prinzip der Altherren-Schirmherrschaft und fand so eine Unterstützung auch für die LHG sinnvoll, sowohl finanziell als auch inhaltlich.

  1. Wie haben Sie die Atmosphäre in den frühen Jahren erlebt – gab es Begegnungen oder Diskussionen, die Sie bis heute begleiten?

HOS: Jetzt wie damals ist mir die Anteilnahme und selbstverständliche Hilfsbereitschaft sehr wichtig und es ist für mich weiterhin wie in einer Familie, wo man sich auch nach längerer Zeit auf die Schulter klopft und sagt: „Mensch, gibt’s dich auch noch…“.

LP: Sie haben Jura und Hauswirtschaft studiert – eine ungewöhnliche Kombination. Was hat Sie daran gereizt, beides miteinander zu verbinden?

HOS: Nach dem großen Jura-Staatsexamen und nachdem ich eine Weile u.a. beruflich die Verträge für die Rotterdam-Pipeline gemacht hatte, bekam ich mein erstes Kind. Nachdem ich in der ersten Zeit des damaligen Hausfrauendaseins von einer Freundin gehört hatte, dass jemand gesucht wurde, der Unterricht für Hauswirtschafterinnen gab, habe ich das durch das Studium und die Verbindung zur Rechtswissenschaft professionalisiert.

LP: Sie nehmen bis heute regelmäßig an Pfingstseminaren und Conventen teil. Was treibt Sie an, sich auch im hohen Alter noch so aktiv einzubringen?

HOS: Das Wiedersehen mit alten Bekannten…

LP: Wenn Sie an die kommenden zehn oder zwanzig Jahre des VLA denken: Was sollte der Verband Ihrer Meinung nach bewahren – und wo dürfte er mutiger Neues wagen?

HOS: Der VLA sollte die nachfolgenden Generationen weiter fördern, aber er sollte auch und vor allem auch etwas von ihnen fordern

LP: Was wünschen Sie sich persönlich – als Liberale, als Zeitzeugin, als Mitgestalterin – für die Zukunft der liberalen Idee in Deutschland?

HOS: Ich wünsche und hoffe, dass durch überzeugende Persönlichkeiten die liberalen Ideen mehr Leute begeistern können.

LP: Und schließlich: Welche Impulse sollte der VLA Ihrer Meinung nach auch international aufgreifen oder weitergeben, damit die liberale Idee lebendig bleibt?

HOS: In anderen Ländern sind liberale Parteien vielfach erheblich stärker als in Deutschland. Hier wurden wir zuletzt nicht mehr ernstgenommen, es fehlt das klare Profil und ich finde, wir brauchen vor allem mehr gute Redner, die die Ideen und Überzeugungen nach vorne tragen.

Fazit – Ein Spiegel der Region

Die Wahrnehmung Javier Mileis in Lateinamerika ist mehr als eine Reaktion auf seine Person. Sie reflektiert eine tiefere politische Stimmung: das Schwanken zwischen Hoffnung auf Erneuerung und Furcht vor Populismus und Radikalisierung.

In vielen Ländern steht Milei zugleich für die Sehnsucht nach einem unbestechlichen Reformer und für die Gefahr eines autoritären Stilbruchs. Sein politisches Experiment wird in der Region als Labor betrachtet – für die Frage, ob anarchokapitalistische Radikalität und demokratische Stabilität vereinbar sind.

Ob Mileis Modell Schule macht oder als erfolgloses Reformprojekt endet, hängt von den kommenden Monaten ab – von seiner Fähigkeit, wirtschaftliche Stabilität zu schaffen und institutionelle Glaubwürdigkeit zu bewahren. Eines ist jedoch sicher: Lateinamerika schaut weiter nach Buenos Aires – fasziniert, verunsichert und gespalten.

Helene Olbertz-Schopp und Margerte Haferland