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Konzertauftritte und Karnevalskostüme können heute ungewollt Presseberichterstattung und sogar Absagen der Auftritte produzieren. Den eigenen Jungen als „Indianer“ zu verkleiden, gilt einigen Kreisen als Aufreger. auch das Tragen von Rastalocken oder mexikanischen Sombreros wurde Musikerinnen und Musikern zum Verhängnis. Der Vorwurf in allen Fällen: Das sei kulturelle Aneignung, die weißen Menschen nicht zustehe.  Kinder, Eltern und Kunstschaffende verstehen bei solchen Vorwürfen regelmäßig die Welt nicht mehr, insbesondere die Vehemenz mit der diese in der Regel vorgetragen werden.

Wo verlaufen hier die Grenzen zum Kulturaustausch? Handelt es sich vielleicht um Überreaktionen? Wie geht man mit Vorwürfen um, die denjenigen, welche die Kritikerinnen und Kritiker schützen wollen, ggf. gar nicht teilen? Wie viel Sensibilität müssen weiße Menschen eigentlich aufbringen, um nicht Ziel von solcher Kritik zu werden? Inwiefern ist diese Diskussion Teil eines stattfindenden Kulturkampfes und wie sollten sich darin Liberale positionieren? Mit diesen und mehr Fragen wollen wir uns zu Pfingsten 2024 auseinandersetzen und laden herzlich ein, sich nicht nur an den Diskussionen zu beteiligen, sondern auch unseren Tagungsort Halle kennenzulernen.

Anmeldeschluss ist der 16. April 2024.

Der Tagungsbeitrag für Programm, Übernachtung im DZ und Verpflegung beträgt 290 Euro (EZ-Zuschlag: 30 Euro pro Nacht). Falls der Vollbeitrag zu hoch sein sollte, kommen Sie bitte auf uns zu, wir finden Lösungen. Für Tagesgäste ohne Übernachtung liegt der Tagungsbeitrag bei 120 Euro.
Der ermäßigte Beitrag für Studierende/Auszubildende/Schülerinnen und Schüler bis 30 Jahre liegt bei 55 Euro bzw. 25 Euro als Tagesgast.
Ausgenommen vom Tagungsbeitrag ist das Abendessen am Freitagabend, es sei denn man zahlt den ermäßigten
Beitrag.
Der Beitrag wird eingezogen.
Kostenfreie Stornierung ist nur bis zum Anmeldeschluss (16. April 2024) möglich. Danach fällt sowohl bei Stornierung als auch bei Nicht-Anreise der entsprechende Tagungsbeitrags an.

Die ausschließliche Teilnahme am Convent ist kostenfrei.

Zum Programmablauf

Zur Anmeldung

Im Andenken an den Studenten der Rechtswissenschaften Arno Esch und seine fünf Weggefährten, die 1951 von der sowjetischen Justiz zum Tode verurteilt und erschossen worden sind, verleiht der Verband Liberaler Akademiker (VLA), auf der Grundlage einer Stiftung seines langjährigen Präses Peter Menke-Glückert, auch in 2024 erneut den ARNO-ESCH-Preis. Am 18. Mai 2024 wird der Preis zum 18. Mal verliehen.

Die Preisträgerin

Preisträgerin in 2024 ist Zeinab Herz. Sie ist Ex-Muslimin sowie beim Zentralrat der Ex-Muslime, den Jungen Liberalen und der Liberalen Hochschulgruppe Saar aktiv. Nach eigenen öffentlichen Ausführungen hatte Herz in ihren ersten Lebensjahren nicht sehr religiös gelebt. Erst als sie 13 wurde, hatte der Druck der Familie im Libanon sie zur Religion getrieben: Da sie keinen Hijab trage und auch keine Halal-konformen Lebensmittel verzehre, käme sie in die Hölle, wo Allah sie an den Haaren aufhängen würde. Zudem sei sie keine gute Libanesin. Daraufhin begann sie, ein Kopftuch zu tragen und sich auch sonst religiösen Regeln zu unterwerfen. Sie gab Männern nicht mehr die Hand und betete fünfmal täglich, obwohl sie dafür früh aufstehen musste.

Mit 18 zog Herz schließlich von Zuhause aus und verließ gleichzeitig die Religion. Sie legte das Kopftuch ab, betete und fastete nicht mehr und traf sich auch mit Männern. Als Grund gab sie die religiöse Unterdrückung, die Frauen besonders beträfe, an. Unterdrückt wurden der weibliche Körper und weibliche Rechte, zum Beispiel in Vielehen oder beim Recht auf eine Ehescheidung. Auch konnte sie Homosexualität nicht als Sünde wahrnehmen. Allah war für sie ein hassender Gott, der Fehler, wie ausgelassene Gebete, bestrafe. Der Entschluss, die Religion zu verlassen, kam schleichend. Bedingt auch durch Diskussionen mit der liberal eingestellten Mutter. Obwohl für die Mutter die Religion eigentlich perfekt war, die fehlerhafte Umsetzung an der Kultur läge, war das für Herz nicht nachvollziehbar. Schließlich gälten dieselben Probleme auch für andere Länder, mit anderen Sprachen und Kulturen.

Unterstützung trotz Anfeindungen

Für ihren Austritt erntete sie Ausgrenzung von Teilen der Familie, Gewaltdrohungen des Vaters und Ablehnung von Freundinnen.

Heute unterstützt Herz andere bei ihrem Weg aus dem Islam, engagiert sich gegen Rechtsextremisten, Antisemiten und Islamisten gleichermaßen. Ihre Aktivitäten auf Instagram, ihre Präsenz in Dokumentationen und als engagierte Diskussionspartnerin in verschiedenen Formaten bezeugen das alles in herausragendem Maße. Damit wuchsen die Anfeindungen und Bedrohungen aus den verschiedenen extremistischen Lagern auf ein neues Niveau. Herz lässt sich davon aber nicht einschüchtern, sondern sucht weiter die Öffentlichkeit in immer stärkeren Maßen.

Der Preis

Mit dem ARNO-ESCH-Preis wird seit 1990 alle zwei Jahre an den Mut all derer erinnert, die in liberalen Studentengruppen Widerstand gegen stalinistische Diktatur und Gleichschaltung der Hochschulen im sowjetisch besetzten Gebiet und in der DDR leisteten.

Die Verleihung des Preises erfolgt an einzelne Studentinnen sowie Studenten oder Studenteninitiativen und -verbände. Als Kriterien für die Auswahl der Jury gelten unter anderem das besondere Wahrnehmen von Staatsbürgerrechte im Raum der Hochschulen, Zivilcourage für Bürgerrechte, ein weltoffenes fachübergreifendes Studium Generale, das Einüben, Initiieren und Praktizieren öffentlicher Tugenden in der Hochschule und die Pflege neuer Formen des konsensstiftenden wissenschaftlichen Disputs in öffentlicher, freier Rede.

ORT
Aula der Universität Halle, Löwengebäude, Universitätsplatz 11, 06108 Halle (Saale)

ABLAUF
Samstag, 18. Mai 2024

  • 20.00 Uhr     Musikstück
  • 20.05 Uhr     Begrüßung durch den Präses des VLA Alexander Bagus
  • 20.15 Uhr     Grußwort der gastgebenden Liberalen Hochschulgruppe Halle, Clara Marie Jacob und Jobst Poggenklas (beide stellv. Vorsitzende)
  • 20.20 Uhr     Grußwort des Länderbüros Mitteldeutschland der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Katja Raab, Leiterin
  • 20.25 Uhr     Grußwort des Bundesverbandes der Liberalen Hochschulgruppen und Vorstellung der Arno-Esch-Kampagne, Jan-Lukas Gescher, Bundesvorsitzender; ggf. weitere Grußworte seitens Oberbürgermeister Halle und Universitätsleitung
  • 20.45 Uhr     Musikstück
  • 20.55 Uhr     Festrede, Dr. Lydia Hüskens, Ministerin für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt
  • 21.30 Uhr     Laudatio durch den Jury-Vorsitzenden des ARNO-ESCH-Preises Prof. Dr. Ewald Grothe, Leiter des Archivs des Liberalismus
  • 21.45 Uhr     Musikstück
  • 21.55 Uhr      Dankesrede der Preisträgerin Zeinab Herz
  • 22.10 Uhr      Abschlusslied gemeinsam
  • 22.15 Uhr      Sektempfang

Um verbindliche Anmeldung bis 17. Mai 2024 an info@liberale-akademiker.de wird gebeten.

Das Präsidium beruft gemäß § 7 Absatz 2 der Satzung den 72. ordentlichen Convent des Verbandes liberaler Akademiker – Seniorenverband liberaler Studenten e.V. für den 19. Mai 2024 um 14.00 Uhr nach Halle (Saale) ein und schlägt folgende

Tagesordnung vor:

  1. Eröffnung und Begrüßung
  2. Feststellung der Stimmberechtigungen inklusive der Stimmübertragungen
  3. Wahl der Conventssprecher/innen
  4. Feststellung der endgültigen Tagesordnung
  5. Hochschulpolitisches Gespräch / Erfahrungsaustausch mit Studierenden
  6. Bericht des Präsidiums, einschließlich Finanzbericht für 2023 und Haushaltsplan 2024
  7. Bericht der Rechnungsprüfer
  8. Bericht des Schiedsgerichts
  9. Allgemeine Aussprache zu den Berichten zu 6. bis 8.
  10. Entlastung des Präsidiums
  11. Feststellung des Haushaltsplans für das Kalenderjahr 2024
  12. Nachwahl zum Präsidium
    • Wahl bis zu zweier Beisitzer/innen
  1. Bericht über die Verleihung der Auszeichnung Liberale Studentengruppe des Jahres für 2024, sowie ggf. Nachwahl von Jury-Mitglieder, Beschlussfassung über Änderungen der Statuten
  2. Bericht über die Verleihung des ARNO-ESCH-Preises, sowie ggf. Nachwahl von Jury-Mitglieder, Beschlussfassung über Änderungen der Statuten
  3. Satzungsänderungsanträge
  4. Anträge
  5. Verschiedenes