Der schottische Schriftsteller und Reformer Samuel Smiles hielt einst fest: „Der Mann selbst stirbt und vergeht; doch seine Ideen und Handlungen leben fort und hinterlassen der Menschheit einen unauslöschlichen Eindruck. Und so bekommt der Geist seines Lebens Dauer und Ewigkeit, beeinflußt Gedanken und den Willen und trägt dadurch dazu bei, den Charakter der Zukunft zu gestalten.“

Aufrechte, aufrichte Haltung

Am 14. Juni 2018 starb Dr.-Ing Michael Daemgen im Alter von 71 Jahren. Ich weiß nicht, ob er diese Zeilen Smiles‘ kannte. Doch wenn ich mir sein Wirken und Streben vor Augen führe, dann weiß ich, dass kaum etwas anderes so auf Michael zutreffen kann. Ideen, Handlungen und eine aufrechte, aufrichtige Haltung hatte Michael Daemgen.

Schon als junger Student vor rund fünfzig Jahren brachte er sich aktiv an seiner Hochschule, der Technischen Universität Clausthal, ein. Die damals frisch als TU firmierende Hochschule war bis in die 1980er Jahre im niedersächsischen Sprachgebrauch DIE Bergakademie. Dort gab es Studiengänge, die man sonst nur in Aachen fand. Diese Ausstrahlung zog auch Michael Daemgen an und forderte ihn in seinem Engagement heraus. Auch ohne eine Liberale Hochschulgruppe im Rücken setzte er seine liberalen Ideen als direkt gewählter AStA-Vorsitzender seiner Alma Mater um – ein Umstand der nur auf die überschaubare Größe mit 1.000 bis 1.500 Studenten zurückzuführen ist.

Jahre später fand er über unseren Freund Pieter Welge den Weg zum VLA, um auf diese Weise liberale Studenten in ihrem Engagement an ihren Hochschulen zu fördern. Eine passive Mitgliedschaft konnte sich Michael bei uns nicht vorstellen. Anrufe unseres langjährigen Präses Steffen Glöckler wurden von Frau Daemgen an Michael weitergereicht mit den Worten „Dein Steffen ist wieder dran.“ – dabei wollten wir nie in Konkurrenz zur Familie treten.

Freundes- und Familienverband VLA

So oder so, Christine Daemgen gab Michael den nötigen Freiraum, damit er sich um den VLA kümmern und bei den Liberalen Hochschulgruppen präsent sein konnte. Das ist uns wichtig, denn wir als VLA verstehen uns ja nicht nur als Freundes-, sondern auch als Familienverband – ein Umstand, den Michael zu schätzen und nutzen wusste. Auch das künstlerische Interesse Michaels, das weiterhin fest in der Familie verankert ist, sei an dieser Stelle erwähnt. Diesem konnte er unter anderem im Rahmen unseres Pfingstseminars 2012 nachkommen, als wir über „Freiheit der Kunst“ rege debattierten.

Zu den Liberalen Hochschulgruppen in seiner Umgebung pflegte er einen engen Draht, sei es auf Bundesebene, in Baden-Württemberg oder in Nordrhein-Westfalen, dort vor allem zur LHG Wuppertal. Hier war er ständiger Gast, interessierter Zuhörer und, vor allem, Ratgeber. Michael war es ein Anliegen, seine Erfahrungen weiterzugeben, Dinge zu einem Besseren zu bewegen. Kritik übte er nicht der Kritik wegen, sondern wegen der Sache an sich. Er war durch und durch, im Besten Sinne des Wortes, ein Überzeugungstäter. Auf unseren Conventen und am Rande von Bundesmitgliederversammlungen der Liberalen Hochschulgruppen war seine Stimme gefragt. Dort haben ihn viele der jüngeren  VLA-Mitglieder kennen- und vor allem schätzen gelernt. Für uns Junge war er, neben Steffen Glöckler, das Gesicht des VLA. Mit seinem freundlichen, stets interessierten Wesen gewann er uns damalige Studenten nicht nur als VLA-Mitglieder, sondern als Freunde.

Mitglied der Jury für den ARNO-ESCH-Preis

Insgesamt 14 Jahre brachte sich Michael Daemgen in unser Präsidium ein: als Beisitzer, Schatzmeister, Vize-Präses und Präses, letzteres vier Jahre lang. Nach Ausscheiden aus dem Präsidium endete sein Engagement für uns nicht. Er blieb uns als Kassenprüfer sowie vor allem als Mitglied der Jury für den ARNO-ESCH-Preis erhalten. Dieser Preis war Michael ein besonderes Anliegen. Mit ihm gedenken wir dem liberalen Jungpolitiker Arno Esch, der 1951 in Moskau wegen seines liberalen Engagements in der Sowjetischen Besatzungszone hingerichtet wurde. Auch die Geschichte unseres Verbandes wollte er als Archivar freiwillig federführend betreuen. Schon zu unserem 60-jährigen Jubiläum 2015 unterstützte er unser Mitglied Peter Juling tatkräftig und akribisch bei der Aufarbeitung unserer Verbandsgeschichte sowie einer entsprechenden Chronik.

Einen Ruhezustand, das merkt man, kannte Michael nach seinem Berufsleben nicht. Es war mehr ein Unruhezustand. Dafür spricht auch sein kommunalpolitisches Engagement in Wuppertal. Aus all diesen Dingen wurde Michael unerwartet und für uns alle schmerzlich herausgerissen. Doch, um zu Smiles zurückzukommen, Michael Daemgens Ideen und Handlungen, sie leben fort und hinterlassen der Menschheit einen unauslöschlichen Eindruck.

Von Immanuel Kant stammt die Redewendung: „Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern; tot ist nur, wer vergessen wird.“ Wir werden Michael Daemgen nicht vergessen.

 

 

SPENDE IN GEDENKEN AN MICHAEL DAEMGEN

In Gedenken an Dr.-Ing. Michael Daemgen und in Absprache mit seiner Familie freuen wir uns über Spenden zu Gunsten des ARNO-ESCH-Preises, der alle zwei Jahr für das besondere Wahrnehmen von Staatsbürgerrechten im Raum der Hochschulen, Zivilcourage für Bürgerrechte, und das Einüben, Initiieren und Praktizieren öffentlicher Tugenden in der Hochschule verliehen wird.

Arno Esch hat als junger Liberaler sein Leben aufgrund seiner Überzeugungen lassen müssen und wurde 1951 in Moskau von den Sowjets hingerichtet. Michael Daemgen war Mitglied der Jury des ARNO-ESCH-Preis. Ihm lag dieser Preis sehr am Herzen.

KONTOINHABER: VERBAND LIBERALER AKADEMIKER E.V.
SPENDENKONTO: DE45 3701 0050 0206 1405 08
BIC: PBNKDEFFXXX
VERWENDUNGSZWECK: MICHAEL DAEMGEN ARNO-ESCH-PREIS

 

Hinweis: Der Verband liberaler Akademiker – Seniorenverband liberaler Studenten e.V. ist ein gemeinnütziger Verein. Ihre Spende können Sie deshalb als Sonderausgabe steuerlich geltend machen. Für Spenden bis 200 € genügt der Kontoauszug als verein-fachter Spendennachweis. Für eine amtliche Zuwendungsbestätigung wenden Sie sich bitte an unseren Schatzmeister Manuel Gaul (gaul@liberale-akademiker.de