Neuigkeiten aus dem Verband unabhängig von der LP

Schon recht lange war ein Treffen mit der LHG Bonn im Gespräch. Bereits letztes Jahr hatten wir uns zwei Mal getroffen. Das erste Mail zu einem gemütlichen Terrassenabend bei VLA-Mitglied Simone Lauffer in Nähe des Rheins, so dann beim zweiten Mal zum Grillen direkt am Rhein. Nun stand am 8. Oktober 2021 endlich ein Wiedersehen auf der Tagesordnung.

Im Garten von VLA-Mitglied Sven-Oliver Wolff kam man zusammen, Simone Lauffer hatte den Rührstab geworfen. Die Mäuler der hungrigen Meute wurden so mit Zwiebelkuchen gestopft. Den durstigen Kehlen wurde mit Federweißer Abhilfe geschaffen.

Entspannte Stimmung bis tief in die Nacht

Der laue Spätsommer nutzte VLA und LHG Bonn so vortrefflich. Bei guter Stimmung diskutierten die Bonner LHGler über die letzten Sitzungen des Studierendenparlaments (StuPa) der Universität Bonn . Aus der Opposition heraus kann die LHG Bonn derzeit nur begrenzt Wirkung entfalten. Dennoch wird man nicht müde, die eigenen Ideen als Anträge einzubringen und vielleicht so den einen oder anderen Impuls zum Nachenken zu setzen.

Auch die Gender-Debatte durfte an dem Abend genauso fehlen wie der beengte Meinungkorridor, insbesondere im StuPa. Als es dann doch frischer wurde, verlegte man nach drinnen. Dort wurde dann die Erwartungen an die Freien Demokraten, die nächste Bundesregierung und die mentale Ermattung der öffentlichen Verwaltung bis spät in die Nacht erörtert.

Gut gelaunt und voller Tatendrang verabschiedeten sich die Vertreterinnen und Vertreter der LHG Bonn von den VLA-Mitgliedern. Eines war am Ende sicher: Eine baldiges Wiedersehen wünschen beide Seiten.

Die Liberalen Hochschulgruppen (LHG) NRW haben auf ihrer Landesmitgliederversammlung am 5. Oktober 2021 in Köln einen neuen Landesvorstand gewählt. Bestätigt im Amt wurde Landesvorsitzender Alexander Kobuss. Des Weiteren haben die LHG NRW das Programm für die Landtagswahl 2022 verabschiedet. Mit dabei vom Verband liberaler Akademiker waren Alexander Bagus als Präses des Verbands sowie der Landtagabgeordnete Rainer Matheisen (Düsseldorf).

Beide unterstrichen in ihren Grußworten die wichtige Rolle der LHG in der Landeshochschulpolitik. Dabei erinnerte Rainer Matheisen auch an seine eigene Zeit als Landesvorsitzender. Dass man hier als Liberale, auch zusammen mit anderen Hochschulgruppen, Dinge bewegen kann, habe sich insbesondere mit dem landesweiten Semesterticket gezeigt, doch auch verschiedentlich vor Ort.

Engagement vor Ort als Erfolgsgarant

Alexander Bagus hob hervor, dass auch die LHG vor Ort ihren Anteil dazu beigetragen haben, Jung- und Erstwähler bzw. -wählerinnen für die FDP zu erschließen. Ohne das Engagement vor Ort für die eigenen Kommilitoninnen und Kommilitonen wäre das nicht denkbar. Dafür sprechen auch die zahlreichen Top-Wahlergebnisse der LHG.

Alexander Bagus hob hervor: „Zudem ist die Hochschulpolitik ein breites Feld. Wer diese an der Campusgrenze enden lässt, der hat sie nicht verstanden. Vielmehr gilt es Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik zusammenzudenken, um für sich vor Ort das Beste herauszuholen. Dies gelingt den LHG, weil sie sich nicht in Weltverbesserungsgedanken verstricken. Damit das auch in Zukunft gelingt, unterstützt der VLA die Hochschulgruppen finanziell, aber auch ideell.“

Zu Beginn der 70er Jahren wurden die Folgen des Wirtschaftswunders sichtbar. Die Gewässer waren verschmutzt, die Luft verpestet, die Landschaft vermüllt. Energiehunger und Ölpreiskrise (1973) prägten eine Generation. Und es war gar nicht daran zu denken, die Füße im Sommer im Rhein abzukühlen, wie wir es heute (wieder) tun. Der Rhein war eine eklige Brühe und stank. Die Luft über ihm war diesig von den schnaufenden Dieselschiffen, die rheinauf- und abwärts Waren und Rohstoffe transportierten. Höchste Zeit, etwas zu ändern!

Sozialliberale Koalition mit liberaler Umweltpolitik

Es waren Willy Brandt (SPD), seit 1969 regierender Bundeskanzler, und sein Vizekanzler Walter Scheel (FDP) die gemeinsam das neue Politikfeld „Umweltpolitik“ im Jahre 1971 einführten. Als Vorbilder diente ihnen die Umweltpolitik der USA sowie die schon im Vorfeld einflussreiche UN-Umweltkonferenz in Stockholm 1972. Nach seiner Initiierung nahm die damalige Bundesregierung umgehend ein Sofortprogramm (1970) in Angriff. Ein anspruchsvolles Umweltprogramm mit detailliertem Gesetzgebungsfahrplan und konkreten Zielvorgaben folgte nur ein Jahr später, konkret am 29. September 1971. Ein Meilenstein der Umweltpolitik, der nun sein 50. Jubiläum hat.

Ein Meilenstein, der jedoch ohne Mitglieder des VLA nicht zu denken wäre. Die Hand dieser sozialliberalen Umweltpolitik führte Peter Mencke-Glückert, langjähriger Präses des VLA. Er leitete von 1970 bis 1075 die  Abteilung Umweltangelegenheiten des Bundesinnenministeriums. In dieser Funktion unterfütterte so inhaltlich die Rettung der Unwelt für die Innenminister Hans-Dietrich Genscher und Werner Maihofer. Seine Bedeutung für die Durchsetzung der Umweltpolitik als bundesrepublikanisches Thema kann nicht unterschätzt werden. Unterstützt wurde Peter Menke-Glückert dabei von zahlreichen liberalen Weggefährten, die bis heute Mitglied im VLA sind, auch wenn sie vielleicht in Teilen der FDP den Rücken gekehrt haben.

Steht die Ampel vor der Tür?

Nun also 50 Jahre später scheint mit dem Ausgang der Bundestagswahl eine Neuauflage liberaler Umweltpolitik, ja vielleicht sogar der sozialliberalen Koalition mit den Grünen als drittem Partner möglich. Sind wir also einer Ampel nahe? Oder kommt doch Jamaika, das dann getrieben von FDP und Grünen eine neue Umwelt- und Klimapolitik einleitet?

So oder so: Hoffen wir, dass die zukünftige Bundesregierung an der Grüne und FDP aller Wahrscheinlichkeit nach beteiligt sein werden, gemeinsam das Beste und Innovativste zum Klimaschutz beitragen, damit unsere Kinder eine lebenswerte und vielfältige Welt behalten. Neue Meilensteine braucht das Land! Aber auch wir können jeden Tag etwas für den Klimaschutz tun. Mit jedem bewussten Einkauf im Supermarkt und mit jeder Reparatur eines Haushaltsgegenstandes, den wir nicht wegzuwerfen brauchen, tragen wir zum Klimaschutz bei. Weiter so!

Ein Jahr hochschulpolitische Abstinenz fand ihr Ende

Anfang September war es endlich soweit: Nach rund einem Jahr Zwangspause kamen liberale Hochschulpolitikerinnen und Hochschulpolitiker – oder solche, die es noch werden wollen – an die Theodor-Heuss-Akademie (THA). Wiedersehen, Kennenlernen und das Sammeln neuen Wissens standen auf der Tagesordnung.

Der Bundesvorstand Liberaler Hochschulgruppen (LHG) war froh, endlich wieder eine Präsenzveranstaltung durchzuführen. Für viele war es die erste LHG-Veranstaltung auf Bundesebene überhaupt. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es sogar der erste Schritt in die Hochschulpolitik. Für andere wie Johannes Wippern von der LHG Bonn stand wiederum im Fokus, endlich wieder alte Freunde und Bekannte wiederzusehen. Allen war die Erleichterung anzumerken, wieder etwas „Normalität“ zu erleben.

Vorstellung des VLA – Kennenlernen eine neuen LHG-Generation

Den Einstand am Freitag gab Conseniorin Kristina Kämpfer, ehemalige LHG-Bundesvorsitzende, zur Situation der Frauen in der Wissenschaft. Im Anschluss daran hatte der VLA nach einem Jahr Unterbrechung wieder die Gelegenheit, sich vor einem größeren LHG-Publikum vorstellen. Zuletzt konnten wir das auf dem vorjährigen Hochschulpolitischen Forum realisieren. Im Dialog ging es dann darum, nicht nur den Verband vorzustellen, sondern auch einen Eindruck von den Sorgen und Nöten der Studis vor Ort zu erhalten. Womit beschäftigen sich die Hochschulgruppen gerade? Wie ist die Stimmung vor Ort?

In Gummersbach an der THA war sie auf jeden Fall gut. Nach der Vorstellungsrunde wurden die Gespräche bei dem einen oder anderen Glas Wein, Pils oder Kölsch weiter vertieft.

Ziel: Gewonnene Energie positiv umsetzen

Nach einem arbeitsintensiven, schlafarmen, doch an Gesprächen reichen Wochenende hieß es am Sonntag wieder Abschied nehmen. Die Motivation, ja die Energie, welche durch das Hochschulpolitische Forum gespeist wurde, war durch die Bank groß. Daheim, an den Hochschulstandorten heißt es nun, diese Energie positiv einfließen zu lassen, neue Mitglieder und viele Wählerinnen und Wähler gewinnen. Wir, der VLA, drücken dabei die Daumen!

Acht digitale Veranstaltungen, ein starkes Netz an Kooperationen, steigende Zahlen bei den Followern in Sozialen Netzwerken, Online-Verzeichniss, monatlicher Newsletter und eine gut gefüllte Kasse – das scheidende Präsidium blickte mit Zufriedenheit auf die Leistungen im Zeitraum Oktober 2020 bis August 2021.

Mit Bedauern wurden auch zwei Präsidiumsmitglieder – Manuel Gaul und Marina Sedlo – aus dem Präsidium verabschiedet. Bei beiden steht in der näheren Zukunft erst einmal der Beruf im Vordergrund. Der Convent bedachte ihr Engagement mit starkem Applaus und herzlichem Dank für die aktive Mitarbeit im Präsidium.

Alte und neue Gesichter

Die meisten Präsidiumsmitglieder stellten sich der Wiederwahl, wenn auch auf teilweise veränderten Positionen. So fungiert Alexander Bagus (Bonn) weiter als Präses sowie Sven-Oliver Wolff (Bonn) als Vize-Präses. Zur neuen Vize-Präses wurde Dr. Ann Sophie Löhde (Hamburg) gewählt, ihre Vorgängerin Sandra Drossel-Bück (München) tauschte mit ihr die Position als Beisitzerin. Simone Lauffer (Bonn) wurde als Schriftführerin einstimmig bestätigt. Für die Kasse des VLA ist nun Alexander Henkel (Schweppenhausen) verantwortlich. Komplettiert wird das Präsidium durch Moritz Harrer (Greifswald) als neuer Beisitzer. Zudem billigte der Convent eine (redaktionelle) Änderung der Beitragsordnung. Damit ist diese nun klarer und satzungsrechtlich einwandfrei formuliert.

Der Fokus des neuen Präsidiums ist klar: Fortsetzung der Strategie und der digitalen Erneuerung, Mitgliedergewinnung, zahlreiche attraktive Veranstaltungen sowie ein enger Draht zu den Liberalen Hochschulgruppen.

Abgerundet hat das traditionelle hochschulpolitische Gespräch mit der Bundesvorsitzenden der Liberalen Hochschulgruppen, Tabea Gandelheidt, diesen 69. ordentlichen Convent. Im Austausch mit Sandra Drossel-Bück berichtete sie von den Aktivitäten ihres Verbandes. Dabei ging sie explizit auf die Herausforderungen von COVID-19 für die Hochschulen und die Studierenden ein.

Protokoll des 69. ordentlichen Convents

Unser Magazin, die Liberalen Perspektiven, geht in seiner aktuellen Form ins achte Jahr. Daher ist es Zeit für etwas Neues! Neben einem Soft- oder ggf. Relaunch planen Herausgeberschaft und Chefredaktion eine ansprechende Online-Ausgabe. Diese soll über eine bloße PDF-Veröffentlichung hinausgehen.

Darum prüfen wir derzeit entsprechende Tools und Angebote, um unseren Mitglieder und unserer Leserschaft ein modernes und augenfälliges Lesevergnügen zu bereiten. Wir hoffen, dies schon mit der kommenden Winterausgabe umsetzen zu können. Da sich ein Heft nicht alleine macht, sind Sie mit Ihren Anregungen eingeladen, uns jederzeit zu kontaktieren: info@liberale-akademiker.de. Jede Idee ist willkommen!

Ende April hatte das Präsidium des VLA einen Beschluss zum Umgang mit dem Vermächtnis von Dr. Helmut Steinsdorfer, zu Lebzeiten Mitglied des Verbandes, getroffen.

Bestandteil dieses Vermächtnis waren auch zahlreiche Bücher, insgesamt fünf Bananenkisten mit Werken rund um Geschichte und den Liberalismus. Am 13. Juli 2021 haben wir diese Sammlung der Bibliothek des Liberalismus übergeben. Einige Bücher, die thematisch keine Heimat finden, haben wir zur Veräußerung freigegeben, um den Bestand der Bibliothek mit Neuerwerbungen erweitern zu können. Außerdem wurden die übernommenen Bücher gekennzeichnet und verweisen auf Dr. Steinsdorfer und den VLA. Wir danken dem Prometheus Institut sowie seinem Direktor Clemens Schneider und freuen uns auf künftige Kooperationen mit Prometheus.

Zudem hat das Präsidium den Beschluss vom 27. April 2021 am 27. Juli 2021 abgeändert. Die Änderung betrifft den dritten Punkt. Nachdem es eine Rücksprache mit dem Archiv des Liberalismus gab, hat sich ergeben, dass eine Umsetzung dieses Punktes unrealistisch sein dürfte. Daher lautet der Punkt 3 in seiner Formulierung nun: „Digitalisierung von Archivalien des VLA oder von in Verbindung mit dem VLA stehenden herausgehobenen Personen im Archiv des Liberalismus in Höhe von maximal 1.500 Euro“. Damit wollen wir einen Beitrag zur Verbandsgeschichte und zur Liberalismusforschung leisten, um so das Fundament einer ideal gedachten „Freiheitsbibliothek“ zu weitern.

Der Verband liberaler Akademiker gedenkt Arno Esch. Denn am 24. Juli 1951 ermordeten ihn die Sowjets in Moskau. Daher können wir diesen 70. Todestag des liberalen Studenten und Freund zahlreicher VLA-Mitglieder der ersten Stunde nicht vergessen. Vielmehr sind uns seine Lebensweise, sein Handeln, sein Mut für den Einsatz für Demokrate, Freiheit und Menschenrechte ein leuchtendes Beispiel.

Für die Liberalen Hochschulgruppen (LHG) war es eine Premiere: Zum ersten Mal fand eine digitale Bundesmitgliederversammlung (BMV) am 5. und 6. Juni 2021 digital statt; es war sozusagen „Neuland“ für alle.

Der erst per Briefwahl Ende Februar 2021 gewählte LHG-Bundesvorstand war dabei sichtlich engagiert, diese Premiere als Erfolg über die Bühne zu bringen. Auch für das dreiköpfige Tagungspräsidium, darunter der langjährige Vorsitzende der LHG NRW und VLA-Mitglied Daniel Steiner, war die Situation ungewohnt. Nichtsdestotrotz meistern alle Beteiligten die neue Situation mit Bravour.

Breites Themenfeld

Unter souveräner Leitung des Tagungspräsidiums wurden an diesem Wochenende insgesamt elf Anträge aus einem breiten Themenfeld behandelt – keiner blieb am Ende undiskutiert, neun wurden angenommen. Im Fokus stand natürlich der Umgang mit der COVID-19-Pandemie, wozu der Bundesvorstand einen umfangreichen Antrag vorlegte. Andere Themen drehten sich u.a. um die immer noch angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt in deutschen Universitätsstädten. Auch über das Gendern, Refugee Law Clinics oder auch die Lehrerausbildung wurde diskutiert. Zudem kamen zahlreiche Grußworte zum Zuge, darunter u.a. der Bundestagsabgeordnete Dr. Jens Brandenburg, die Junos Studierenden aus Österreich und der VLA.

Nach dem ersten Debattentag, nachdem nur noch ganz wenige Anträge, traf man sich auch abends noch digital über die Plattform „Gather Town“. Dort bildeten sich zahlreiche Gesprächskreise, wie das auch sonst der Fall wäre. Zudem konnte man jederzeit zu einem anderen Gesprächskreis wechseln. So kam hier der soziale Austausch auf keinen Fall zu kurz.

Hohes Diskussionsniveau und respektvoller Umgang

Am Sonntag ging es dann mit den letzten Anträgen weiter – und pünktlich konnte die Bundesvorsitzende Tabea Gandelheidt die erste digitale BMV beenden.

Fazit eines langjährigen Gastes: Das dürfte die konstruktivste und sachlichste BMV seit langer Zeit gewesen sein. Das hohe Diskussionsniveau und der respektvolle Umgang miteinander waren einfach bemerkenswert. So dürften die Liberalen Hochschulgruppen gerne weitermachen!


Ein Webtalk über zahlreiche Chancen und Möglichkeiten

Vorne weg gesagt: Natürlich gibt es zahlreiche Universitäten, die Studiengänge mit hervorragendem Renommee neben Harvard, Standford, Cambridge oder Oxford, anbieten. Studieninteressierte sollten sich daher nicht alleine auf diese großen Namen fokussieren, sondern den eigenen Blick in Anbetracht Ihres Wahlstudienfachs weiten.

Im Webtalk „Wo geht’s hier nach Harvard? – Studieren an ausländischen Elite-Universitäten“ ging es dann auch tatsächlich mehr um die allgemeinen Fragen rundum erstens Bewerbungsverfahren für das Wahlstudienfach und zweitens Finanzierungsmöglichkeiten durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Dieser vom AK Internationales der Stipendiatinnen und Stipendiaten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und dem VLA organisierte Event lockte rund drei dutzend Studentinnen und Studenten aus dem gesamten Bundesgebiet in ein Zoom-Meeting. Unsere Kooperationspartner ArbeiterKind.de und der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen trugen zur zahlreichen Teilnahme bei.

Allen Talenten Chancen eröffnen

Den inhaltlichen Auftakt machte Cosima Paul von Project Access, Team Germany. Ehrenamtlich engagieren sich dort junge deutsche Studentinnen und Studenten, welche die Chance bekommen haben, an einer Top-Universität in den USA, Großbritannien und Frankreich zu studieren. „Wir wollen so unseren Beitrag dazu liefern, Talente auch aus weniger privilegierten Haushalten dazu zu motivieren und dabei aktiv zu unterstützen, einen Platz an einer renommierten Universität im Ausland zu erhalten“, unterstrich die Economics Studentin Paul, die nicht nur Project Access vorstellte, sondern auch ihre eigenen Erfahrungen an der Standford University einbrachte. Detailliert stellte sie das Mentorenprogramm vor, „eine 1:1 Betreuung durch Ehrenämtler“ wie Cosima Paul darlegte. Bootcamps, Webinare und zahlreiche verschriftliche Informationen stehen den interessierten Personen zur Verfügung.

Nachvollziehbar erläuterte sie, warum gerade die Universitäten im anglo-amerikanischen Raum im Fokus stehen: Reputation, bessere Startchancen im Beruf, gute und enge Betreuung durch international bekannte Professoren oder auch große, weltweite Netzwerke dieser Institutionen sprechen unter anderem für sich. Transparenz stellte sie her bei den Bewerbungsverfahren und den (enormen) Studienkosten, letztlich Studienbeiträge und Lebenshaltungskosten. Doch laut Paul kein Grund zu Pessimismus: „Project Access unterstützt bei der Erstellung eines Finanzierungsplans. Es ist realistisch möglich, mit den richtigen Geldquellen und dem nötigen Einsatz eine volle Deckung der Kosten unabhängig von der jeweiligen Universität zu erreichen.“

„Kein Scheu vor Bewerbung!“

Hier knüpfte unmittelbar Frau Gabriele Knieps, Leiterin des Referats ‚Stipendienprogramme Nordamerika/RISE‘ des DAAD, an. Sie präsentierte konkret den Förderungsrahmen, also was, unter welchen Voraussetzungen wie gefördert wird. So ist ein komplettes Masterstudium mit der Förderung des DAAD für bis zu 24 Monate machbar. Zudem kann auch noch nach bereits einem erfolgten Studienjahr, eine Bewerbung um ein Stipendium für das zweite Jahre drinnen sein. Gleichzeitig seien auch Hochschulabsolventen mit Berufserfahrung bis zu fünf Jahre nach Studienabschluss förderfähig. Wer mit seiner Bewerbung Erfolg hat, kann sich dann freuen über eine monatliche Stipendienrate, Reisekostenzuschuss, Zuschuss für Studiengebühren (max. 18.000 € p.a. für USA oder Großbritannien), Leistungen zu Versicherungen und vieles mehr.

„Keine Scheu vor der Bewerbung beim DAAD“, war Knieps Appell. Der DAAD richte sich definitiv „nicht nur an Hochbegabte“. Gute Leistungen sind wichtig, „sie sind aber nicht allleinentscheidend“. Gute Vorbereitung bei der Bewerbung, ein aussagekräftiges, persönliches Bewerbungsschreiben lohne sich. „Die Mühe zahlt sich aus!“, erklärte Knieps mit Nachdruck.

Komplette Studienfinanzierung möglich

Zum Ende unterstrich Knieps die Ausführungen ihrer Vorrednerin: „Wer sich gut informiert und genommen wird, der kann mit Hilfe des DAAD, z.B. durch ein Studium an den Partnerhochschulen des DAAD, eine vollumfängliche Studienfinanzierung erreichen. Die Tution Waiver an unseren Partnerhochschulen machen es möglich.“

In der Diskussionsrunde, moderiert von Pegah Monir, Koordinatorin beim AK Internationales, kamen dann auch die unterschiedlichsten Fachrichtungen zur Geltung, insbesondere Medizin, Jura oder auch Wirtschaftswissenschaften. Während dem einen oder anderen angehenden Juristen der Schuhe aufgrund der deutschen Notengebung in der Rechtswissenschaft drückte, machten sich Medizinerinnen eher Gedanken um mögliche Altersgrenzen sowie Zeitpunkt eines zusätzlichen Masterstudiums im Ausland für entsprechende DAAD-Stipendien.

Im Fokus der Fragerunde stand der Tübinger Student Benjamin Kurtz. Cosima Paul und Gabriele Knieps gaben ihm und allen anderen Fragestellerinnen und Wissbegierigen kenntnisreich Auskunft. Beide unterstützen die zeitgleiche Bewerbung an mehr als einer ausländischen Universität. Wer sich politisch innerhalb des demokratischen Spektrums engagiert, müsse keine Angst haben, dies anzugeben. „Ehrenamt, ja sogar leadership sind besonders in den USA sehr gerne gesehen“, ermunterte Cosima Paul. Ergänzend führte Gabriele Knieps aus, dass jedwedes Engagement willkommen ist: „Politisch, hochschulpolitisch, sozial, kulturell, sportlich – es gibt so viele Bereiche, gerade auf lokaler Ebene; faktisch ist alles davon gerne gesehen“, unterstrich Knieps.

Ein vollumfängliches Bild

Einen besonderen Schwerpunkt nahm bei den Fragen noch Referenzschreiben und weitere anzufertigende persönliche Unterlagen ein. Cosima Paul hielt fest: „Referenzschreiben für US-Unis sollten ausschließlich positiv. Diese Schreiben müssen herausragend sein.“ Christian Flugel, auch engagierte bei Project Access, pflichtete seiner Mitstreiterin bei, dass es wichtig sei, die Persönlichkeit erkennbar zu machen: „Durch alle eingereichten Unterlagen muss ein vollumfängliches Bild entstehen, so dass die Entscheider eine Vorstellung von Euch haben.“

Mit diesen Antworten und vermutlich zahlreichen weiteren Fragen im Kopf, die es zu sortieren gilt, verabschiedete Pegah Monir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den sommerlichen Abend, nicht jedoch ohne auf die Kontaktmöglichkeiten zu den beiden Referentinnen hinzuweisen. Diese sind über info@liberale-akademiker.de erreichbar.