Neuigkeiten aus dem Verband unabhängig von der LP

Eher ungewöhnlich für unsere sonstigen Regionaltreffen war es, dass dieses Mal kein Thema im Fokus stand. Vielmehr stand der persönliche Austausch im Zentrum – und viele nutzten dieses Angebot  sehr gerne. Fast 20 Personen aus den Reihen von VLA und LHG sowie Externe kamen im Walhalla zusammen.

Besonders freute uns der Besuch von Judith Lehnigk-Emden aus Rheinland-Pfalz. Einen besonderen Platz in der Runde hatte zudem die noch recht junge Liberale Hochschulgruppe der Hochschule für Wissenschaft und Recht (HWR) Berlin.

Es war ein Abend des Kennenlernens, Wiedersehens, Schwelgens in Erinnerungen und politischer Ideen.

Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen und der Verband liberaler Akademiker suchen eine gemeinsame

Bundesgeschäftsführung (m/w/d)

vorzugsweise zum 01.05.2022 für den Tätigkeitsort Reinhardtstraße 14, 10117 Berlin. Ein flexibler Beginn ist nach Absprache ebenfalls möglich.

Wir bieten:

• Ein motiviertes Team und viele spannende Herausforderungen

• Eine Anstellung auf Minijob-Basis

• Ein flexibles und modernes Arbeitsumfeld in direkter Nachbarschaft zur Freien Demokratischen Partei

Kerntätigkeiten

• Administrative Aufgaben zur Unterstützung des Bundesvorstands der Liberalen Hochschulgruppen und des Präsidiums des Verbands Liberaler Akademiker

• Geschäftsführung zweier Verbände mit insgesamt über 1.400 Mitgliedern

Wir erwarten:

• fortgeschrittene Kenntnisse in der Verwendung von Office-Produkten

• selbständiges und eigenverantwortliches Arbeiten

• Kenntnisse des liberalen Umfelds

 

Berufserfahrung ist keine Voraussetzung, aussagekräftige Empfehlungsschreiben werden berücksichtigt.

Deine Bewerbungsunterlagen richtest Du bitte bis zum 28.04.2022 ausschließlich per E-Mail

an bewerbung@bundes-lhg.de.

Für Fragen kannst Du Dich jederzeit gerne an kurtz@bundes-lhg.de wenden.

 

 

https://liberale-akademiker.de/wp-content/uploads/2022/03/BGST-Ausschreibung.pdf

Wer sich gerne auf postalischem Wege an uns richtet, der erreicht den VLA ab dem 1. April 2022 unter einer neuen Anschrift. Wir werden künftig, genau wie die Liberalen Hochschulgruppen, in der Reinhardtstraße 14, 10117 Berlin zu finden sein. Das erleichtert die Zusammenarbeit sowie die Prozesse beider Verbände, die durch den gemeinsamen Geschäftsführer Ludwig Behr gemanaget werden.

Für Rückfragen dazu stehen wir gerne über info@liberale-akademiker.de zu Verfügung.

 

Bildrechte: Freie Demokratische Partei, CC BY-SA 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

Zu Wolfgang Schollwers 100. Geburtstag 

Aufstieg der NSDAP, Machtübernahme der Nationalsozialisten, Beginn und Ende des Zweiten Weltkriegs. Besetzung, Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der sogenannten Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Kalter Krieg, Mauerbau, Sozialliberale Koalition, 16 Jahre Kohl und Wiedervereinigung. Einführung des Euros, 11. September 2001, Wirtschaftskrise, Besetzung der Krim durch Russland – ein Leben sozusagen in historischen Stichworten. Dies alles hat Wolfgang Schollwer, der am 22. Januar 2021 in Bonn verstarb, live erlebt.

Parteifunktionär, Parteiangestellter, Ministerialreferent 

Sein Berufsleben führte ihn unterschiedliche Funktionen. Er begann als Parteifunktionär der LDP in der jungen DDR. Nach seiner Flucht in den Westen 1950 wurde er Angestellter der FDP. Daran schloss sich seine Verwendung als Ministerialreferent im Auswärtigen Amt 1972 an. Überall gestaltete er einen Teil dieser oben beschriebenen Geschichte mit. Ein kleines Rädchen unter vielen, würde er vermutlich seine eigene Rolle marginalisieren, stellte er sich doch ungern ins Rampenlicht.

Dabei kann seine Rolle insbesondere für den Wandel der FDP in ihrer außenpolitischen Ausrichtung in den 1960er Jahren nicht überschätzt werden. Historiker beschreiben Schollwers Wirkung bereits seit längerem als vergleichbar mit der Egon Bahrs in der SPD, nur eben noch früher. Während sich Bahr erst ab 1966 der Deutschlandpolitik unter Willy Brandt als Außenminister widmete, schrieb Schollwer seine erste Denkschrift, das erste sog. Schollwer-Papier, 1962. Das zweite folgte 1967. Damit wurde er zum Vordenker liberaler Entspannungspolitik – eine Politikwende, die in der FDP Zeit braucht, waren hier doch noch starke nationale bis nationalliberale Strömungen aktiv. Diese konnten sich nicht so schnell mit einer Neuausrichtung der Deutschlandpolitik abfinden.

Präses des VLA ohne akademischen Abschluss 

Es war auch ein besonderes Zeichen, dass Wolfgang Schollwer zum Präses des Seniorenverbandes des Liberalen Studentenbundes Deutschland, dem heutigen Verband liberaler Akademiker (VLA), gewählt wurde. Schollwer hatte in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR nie studieren dürfen. Aufgrund seines Dienstgrades als Leutnant der Reserve der Wehrmacht sowie seiner liberalen Gesinnung verbauten die Kommunisten ihm diesen Weg.

Auch nach der Flucht in den Westen war für den verheirateten Endzwanziger ein Studium keine Option mehr. Doch er fand in Bonn Anschluss an einen Kreis junger liberaler Geister, die es nach dem Studium häufig in die junge Bundeshauptstadt verschlug. Hier gründete sich der Seniorenverband 1955 als Ehemaligen- oder auch Alumniverein. Gründungsmütter und -väter waren die, welche sich im Liberalen Studentenbundes Deutschland bzw. liberal in Hochschulgremien engagierten. Schollwer wurde in den 1960ern Teil dessen, sozusagen ein Akademiker ohne akademischen Abschluss. Die Entscheidung, ihn an die Spitze des Verbandes zu stellen, fiel einstimmig – auch gerade vor dem Hintergrund des Ringens um eine neue liberale Deutschlandpolitik innerhalb der FDP.

Mit dem Beginn der sozialliberalen Koalition wurden seine Gedanken Wirklichkeit. Als Teil des Auswärtigen Amtes konnte er in seinen letzten 15 Berufsjahren unter den Außenministern Walter Scheel und Hans-Dietrich Genscher seine Gedanken direkt in die Politikgestaltung einbringen. Die Wende, die zwei Jahre nach seiner Pensionierung erfolgte, hatte er nicht kommen sehen, wie er in einem Gespräch 2018 in Bonn zugab.

Sorge um den Frieden in Europa 

Bis zu seinen letzten Tagen war Wolfgang Schollwer geistig voll auf der Höhe, ständig gut im Bild über die aktuellen politischen Debatten. Seine ständige Sorge galt dem Frieden in Europa. Im ständigen Austausch mit jungen Studentinnen und Studenten hielt er seinen Finger an den Puls der Zeit ohne jedoch in den zeitgeistigen Strömungen unterzugehen. Sein liberaler Kompass blieb fest ausgerichtet.

Doch nicht nur seine geistige Klarheit zeichnete ihn aus. Auch sein feinsinniger Humor, seine Selbstironie, mit der er auf die eine oder andere Eitelkeit in seinem Leben zurückblickte, machten ihn zu einem angenehmen Gesprächspartner. Er neigte nicht zur Monologisierung, sondern begegnete all seinen Gesprächspartnern, egal welchen Alters, egal mit welchem Hintergrund, immer auf Augenhöhe.

Wolfgang Schollwer hat ein geistiges Erbe hinterlassen, das es zu wahren gilt. Er war Vorbild in vielerlei Hinsicht. Frauen und Männer seines Schlages sind gerade heute in der deutschen und europäischen Außenpolitik gefragter denn je. Wieder einmal geht es um den Frieden in Europa.

Insgesamt organisierte das Präsidium in der ersten Jahreshälfte sechs online-Veranstaltungen. Von diesen waren fünf sogenannte Webtalks und eine war ein digitales Pfingstseminar. Dabei handelte es sich in der Regel um Kooperationsveranstaltungen, insbesondere mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF). Daneben zählten zu weiteren Kooperationspartnern Project Access, die LHG Frankfurt am Main, Arbeiterkind.de, der Verband der Stipendiaten und Altstipendiaten der FNF sowie der AK Internationales der Stipendiaten der FNF.

Danach, in der zweiten Jahreshälftem, haben wir zudem insgesamt vier Veranstaltungen in Präsenz an insgesamt zwei Tagen durchgeführt.

An folgenden Terminen wurden diese Veranstaltungen durchgeführt:

Webtalks
5. Februar 2021: „Kontinuität oder (Auf-)Bruch?
6. Mai 2021: „Wie hält es China mit den Menschenrechten?
10. Mai 2021: „Liberal beyond limits? The Netherlands after the election“
2. Juni 2021: „Kampf dem CO2 – Externalitäten einpreisen fürs Klima“
16. Juni 2021: „Wo geht’s hier nach Harvard?“

Digitales Pfingstseminar
21. Mai 2021, Teil 1: „Freiheit & Verantwortung der Wissenschaft in Kriegen & Konflikten
22. Mai 2021, Teil 2: „Wie der Klimawandel die Friedens- und Sicherheitspolitik fordert

Präsenzveranstaltungen
14. August 2021: Verleihung des ARNO-ESCH-Preises an die Hongkonger Studenten vertreten durch Nathan Law in Bonn (hybrid)
14. August 2021: Convent in Bonn
20. November 2021: Regionaltreffen „Bitcoin oder digitaler Euro?“ in Bonn
20. November 2021: Klausurtagung des Präsidiums in Bonn

Einige dieser Veranstaltungen sind auch digital aufgezeichnet worden und über YouTube verfügbar. Klicken Sie dafür einfach auf den Link bei der Veranstaltung.

Das Bonner Regionaltreffen kann schon als innerverbandliche Institution gelten. Einmal jährlich trifft man sich kurz vor der Adventszeit, um das Jahr mit einen spannenden politischen Thema zu beenden.

Dieses Jahr lockte das Regionaltreffen, das einmal mehr in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit stattfand, über 30 Gäste in das Restaurant „Opera“. Im Fokus stand das Thema „Bitcoin oder digitaler Euro“. In das Thema führte Bundesbankoberrat David Ballaschk ein. Er ist bei der Deutschen Bundesbank unter anderem mit Innovationen im Geldverkehr betraut. Souverän führte dann Andreas Becker, Wirtschaftsredakteur der Deutschen Welle, durch die Debatte.

Erst einmal legte Herr Ballaschk die grundlegenden Funktionen von Geld dar, nämlich die Zahlungsmittelfunktion, die Funktion als Wertaufbewahrungsmittel und die Recheneinheitsfunktion. Damit etwas zudem als Geld genutzt wird, braucht eine Währung eines: Vertrauen. Das war dann auch das Stichwort des Events, das beständig wiederkehrte. David Ballaschk ging danach auf die Entwicklung von Bitcoin und auf den aktuellen Stand zum digitalen Euro ein.

Kein digitaler Euro vor 2026

Bezüglich des letzteren hielt David Ballaschk fest, dass dieser nicht vor fünf Jahren eingeführt werde. Jetzt fände seit kurzem erst einmal eine zweijährige Untersuchungsphase statt, an die sich dann – im Falle eines positiven Abschlusses – eine dreijährige Testphase anschließen solle. Das heißt also: Kein digitaler Euro in den nächsten fünf Jahren. „Planwirtschaft braucht eben Zeit“, wie es spitz zum Ende der Veranstaltung hieß.

Einige Gäste begegneten im Austausch mit dem Referenten dem digitalen Euro doch mit Misstrauen. Auch die Geldpolitik der EZB, welcher die Deutsche Bundesbank ja angehört, wurde kritisiert. Aus Sicht der Kritiker räume die EZB der Geldwertstabilität nicht die notwendige und eigentlich verlangte Priorität ein. Und das dadurch entstandene Misstrauen wurde schnell auf einen ggf. kommenden digitalen Euro gemünzt.

Währung oder Spekulationsobjekt?

Daneben gab es auch aus anderer Richtung Kritik, nämlich am Bitcoin. Die Funktion als Währung zogen einige Diskussionsbeiträge durchaus in Zweifel, Spekulation stünde doch im Fokus so die Kritiker. Mit deren Argumenten durfte sich dann Alexander Müller auseinandersetzen. Der Bundestagsabgeordnete und studierte Informatiker ist Verwaltungsrat der Bitcoin Group SE und hat so neben seinem Mandat ausreichend Berührungspunkte mit dieser Materie.

Müller unterstrich, dass er einem Algorithmus wie dem Bitcoin vertraue. Dieser sei transparent und quasi immun gegen Manipulationen, wie sie bei Zentralbankgeld geschehen. Aus seiner Sicht erfülle Bitcoin alle Geldfunktionen, auch wenn es noch ein sehr junges Geld sei.

Andreas Becker hackte bei den beiden Fachleuten dann auch gezielt nach: Wie stünde der digitale Euro zu den Entwicklungen anderer Zentralbanken da? Wie ist das praktische Verbot von Kryptowährungen, und damit Bitcoin, in China zu bewerten? Wie wird die Ablehnung des Bitcoins durch die Notenbankchefs in den USA, Jerome Powell, und Europa, Christine Lagarde, bewertet? Droht in Europa ein Verbot von Kryptowährungen?

Die lebendige Diskussion zwischen den Referenten, dem Moderator und dem Publikum zeigte vor allem eines: Das Thema brennt jung wie alt unter den Nägeln, denn unsere Währung geht letztlich alle an. Bitcoin und der digitale Euro – beide werden uns noch länger begleiten.

Am 20. November 2022 kam das  VLA-Präsidium in einem hybriden Format zusammen. Während sich gut die Hälfte der Präsidiumsmitglieder digital zuschalteten, hatten sich die übrigen im Bonner Domizil von Simone Lauffer eingefunden.

Im Fokus der Klausutagung standen insbesondere die Jahresplanung und der Social Media Auftritt des Verbandes. Zahlreiche Veranstaltungen wurden besprochen. Dazu zählen der Jahresauftakt, das Symposium zu Ehren Wolfgang Schollwers und das Pfingstseminar, um nur einige wenige zu nennen. Sicher ist: der Fahrplan für spannende und ereignisreiche Events steht.

Social Media Task Force gegründet

Für den Social Media Auftritt wurde eine Task Force gegründet, um mehr Aktivität in alle Auftritte, insbesondere bei Facebook zu bekommen. Dazu gilt es die bisher genutzten Tools besser miteinander zu vernetzen. Ziel ist es, die Reichweite zu vergrößern und mehr Austausch mit den Liberalen Hochschulgruppen entstehen zu lassen.

Am Ende der Klausurtagung war sich das Präsidium einig, dass man mit den vorgenommenen Projekten, die in der vorangegangene Amtszeit begonnene Arbeit vorangetrieben wird. Die Modernisierung des Verbandes schreitet so weiter voran.

Schon recht lange war ein Treffen mit der LHG Bonn im Gespräch. Bereits letztes Jahr hatten wir uns zwei Mal getroffen. Das erste Mail zu einem gemütlichen Terrassenabend bei VLA-Mitglied Simone Lauffer in Nähe des Rheins, so dann beim zweiten Mal zum Grillen direkt am Rhein. Nun stand am 8. Oktober 2021 endlich ein Wiedersehen auf der Tagesordnung.

Im Garten von VLA-Mitglied Sven-Oliver Wolff kam man zusammen, Simone Lauffer hatte den Rührstab geworfen. Die Mäuler der hungrigen Meute wurden so mit Zwiebelkuchen gestopft. Den durstigen Kehlen wurde mit Federweißer Abhilfe geschaffen.

Entspannte Stimmung bis tief in die Nacht

Der laue Spätsommer nutzte VLA und LHG Bonn so vortrefflich. Bei guter Stimmung diskutierten die Bonner LHGler über die letzten Sitzungen des Studierendenparlaments (StuPa) der Universität Bonn . Aus der Opposition heraus kann die LHG Bonn derzeit nur begrenzt Wirkung entfalten. Dennoch wird man nicht müde, die eigenen Ideen als Anträge einzubringen und vielleicht so den einen oder anderen Impuls zum Nachenken zu setzen.

Auch die Gender-Debatte durfte an dem Abend genauso fehlen wie der beengte Meinungkorridor, insbesondere im StuPa. Als es dann doch frischer wurde, verlegte man nach drinnen. Dort wurde dann die Erwartungen an die Freien Demokraten, die nächste Bundesregierung und die mentale Ermattung der öffentlichen Verwaltung bis spät in die Nacht erörtert.

Gut gelaunt und voller Tatendrang verabschiedeten sich die Vertreterinnen und Vertreter der LHG Bonn von den VLA-Mitgliedern. Eines war am Ende sicher: Eine baldiges Wiedersehen wünschen beide Seiten.

Die Liberalen Hochschulgruppen (LHG) NRW haben auf ihrer Landesmitgliederversammlung am 5. Oktober 2021 in Köln einen neuen Landesvorstand gewählt. Bestätigt im Amt wurde Landesvorsitzender Alexander Kobuss. Des Weiteren haben die LHG NRW das Programm für die Landtagswahl 2022 verabschiedet. Mit dabei vom Verband liberaler Akademiker waren Alexander Bagus als Präses des Verbands sowie der Landtagabgeordnete Rainer Matheisen (Düsseldorf).

Beide unterstrichen in ihren Grußworten die wichtige Rolle der LHG in der Landeshochschulpolitik. Dabei erinnerte Rainer Matheisen auch an seine eigene Zeit als Landesvorsitzender. Dass man hier als Liberale, auch zusammen mit anderen Hochschulgruppen, Dinge bewegen kann, habe sich insbesondere mit dem landesweiten Semesterticket gezeigt, doch auch verschiedentlich vor Ort.

Engagement vor Ort als Erfolgsgarant

Alexander Bagus hob hervor, dass auch die LHG vor Ort ihren Anteil dazu beigetragen haben, Jung- und Erstwähler bzw. -wählerinnen für die FDP zu erschließen. Ohne das Engagement vor Ort für die eigenen Kommilitoninnen und Kommilitonen wäre das nicht denkbar. Dafür sprechen auch die zahlreichen Top-Wahlergebnisse der LHG.

Alexander Bagus hob hervor: „Zudem ist die Hochschulpolitik ein breites Feld. Wer diese an der Campusgrenze enden lässt, der hat sie nicht verstanden. Vielmehr gilt es Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik zusammenzudenken, um für sich vor Ort das Beste herauszuholen. Dies gelingt den LHG, weil sie sich nicht in Weltverbesserungsgedanken verstricken. Damit das auch in Zukunft gelingt, unterstützt der VLA die Hochschulgruppen finanziell, aber auch ideell.“

Zu Beginn der 70er Jahren wurden die Folgen des Wirtschaftswunders sichtbar. Die Gewässer waren verschmutzt, die Luft verpestet, die Landschaft vermüllt. Energiehunger und Ölpreiskrise (1973) prägten eine Generation. Und es war gar nicht daran zu denken, die Füße im Sommer im Rhein abzukühlen, wie wir es heute (wieder) tun. Der Rhein war eine eklige Brühe und stank. Die Luft über ihm war diesig von den schnaufenden Dieselschiffen, die rheinauf- und abwärts Waren und Rohstoffe transportierten. Höchste Zeit, etwas zu ändern!

Sozialliberale Koalition mit liberaler Umweltpolitik

Es waren Willy Brandt (SPD), seit 1969 regierender Bundeskanzler, und sein Vizekanzler Walter Scheel (FDP) die gemeinsam das neue Politikfeld „Umweltpolitik“ im Jahre 1971 einführten. Als Vorbilder diente ihnen die Umweltpolitik der USA sowie die schon im Vorfeld einflussreiche UN-Umweltkonferenz in Stockholm 1972. Nach seiner Initiierung nahm die damalige Bundesregierung umgehend ein Sofortprogramm (1970) in Angriff. Ein anspruchsvolles Umweltprogramm mit detailliertem Gesetzgebungsfahrplan und konkreten Zielvorgaben folgte nur ein Jahr später, konkret am 29. September 1971. Ein Meilenstein der Umweltpolitik, der nun sein 50. Jubiläum hat.

Ein Meilenstein, der jedoch ohne Mitglieder des VLA nicht zu denken wäre. Die Hand dieser sozialliberalen Umweltpolitik führte Peter Mencke-Glückert, langjähriger Präses des VLA. Er leitete von 1970 bis 1075 die  Abteilung Umweltangelegenheiten des Bundesinnenministeriums. In dieser Funktion unterfütterte so inhaltlich die Rettung der Unwelt für die Innenminister Hans-Dietrich Genscher und Werner Maihofer. Seine Bedeutung für die Durchsetzung der Umweltpolitik als bundesrepublikanisches Thema kann nicht unterschätzt werden. Unterstützt wurde Peter Menke-Glückert dabei von zahlreichen liberalen Weggefährten, die bis heute Mitglied im VLA sind, auch wenn sie vielleicht in Teilen der FDP den Rücken gekehrt haben.

Steht die Ampel vor der Tür?

Nun also 50 Jahre später scheint mit dem Ausgang der Bundestagswahl eine Neuauflage liberaler Umweltpolitik, ja vielleicht sogar der sozialliberalen Koalition mit den Grünen als drittem Partner möglich. Sind wir also einer Ampel nahe? Oder kommt doch Jamaika, das dann getrieben von FDP und Grünen eine neue Umwelt- und Klimapolitik einleitet?

So oder so: Hoffen wir, dass die zukünftige Bundesregierung an der Grüne und FDP aller Wahrscheinlichkeit nach beteiligt sein werden, gemeinsam das Beste und Innovativste zum Klimaschutz beitragen, damit unsere Kinder eine lebenswerte und vielfältige Welt behalten. Neue Meilensteine braucht das Land! Aber auch wir können jeden Tag etwas für den Klimaschutz tun. Mit jedem bewussten Einkauf im Supermarkt und mit jeder Reparatur eines Haushaltsgegenstandes, den wir nicht wegzuwerfen brauchen, tragen wir zum Klimaschutz bei. Weiter so!