Der VLA hat dem Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) zu seinem 20. Geburtstag 2007 die Auszeichnung „Liberale Studentengruppe des Jahres“ gestiftet. Und so kam es, dass in diesem Jahr der Preis bereits zum zwölften Male verliehen werden konnte, turnusgemäß auf der LHG-Sommer-Bundesmitgliederversammlung am 23. Juni 2018.

Seches Bewerber als Liberale Studentengruppe

Beworben hatten sich sechs Gruppen aus Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die sich auf unterschiedliche Weise an ihrer Hochschule engagieren. Das paritätisch aus LHG- und VLA-Juroren zusammengesetzte Preiskomitee hatte unter meinem Vorsitz wieder die schwierige Aufgabe, aus den Bewerbungen die eine Gewinner-Gruppe auszuwählen und den anderen Gruppen Teilnahmepreise zu übergeben.

Die Teilnahmepreise in Form von je drei Seminargutscheinen gingen – in alphabetischer Reihenfolge – an die Gruppen:

LHG Aachen,

der 2017 der Auszeichnung „Liberale Studentengruppe des Jahres“ in Gummersbach verliehen worden war. Die Gruppe hat seitdem ihr Engagement kontinuierlich weitergeführt, was ihr bei den Wahlen honoriert wurde. Sie ist derzeit mit 13,15 % mittlerweile nach Grünen und Fachschaftsgruppen drittstärkste Kraft im Studentenparlament noch vor dem RCDS. Als Oppositionsgruppe hatte sie – traurig, dass dies nötig ist – die AStA-Mehrheit dazu anzuhalten, die Regeln des Parlamentarismus zu beherzigen und die auf anderen Ebenen stets eingeforderte Transparenz des politischen wie finanziellen Handelns für sich selbst zu leben. In Nordrhein-Westfalen hat die LHG Aachen sich aktiv in die Änderungsdebatte zum Landeshochschulgesetz eingebracht.

Die LHG Göttingen,

warb und wirbt für sich mit allen technischen Mitteln der Jetzt-Zeit und nutzt dabei vor allem die gern als „sozial“ bezeichneten Medien. Ihre Vorschläge für die Hochschule verbreitet sie vorwiegend in diesen und hat dazu unkonventionelle Kurzvideos gedreht. An der Hochschule hat sie 10% der Sitze im Studentenparlament und ist im AStA vertreten, und im Bundes- und Landesverband der LHG arbeitet sie aktiv mit. Dieses Engagement würdigte die Jury mit dem 2. Platz im diesjährigen Wettbewerb.

Die LHG-Gruppe an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

belegte 2018 den 3. Platz. Sie erreichte bei den Wahlen beachtliche zwölf Prozent und war im vergangenen Jahr ebenfalls im AStA in einer sog. Deutschland-Koalition mit Jusos und RCDS vertreten. Inhaltlich engagierte sie sich vor allem für ein an den spezifischen Bedürfnisse jedes Studier-enden ausgerichtetes Semesterticket und sorgte dafür, dass die studentischen Gremien nicht mehr mit der israelfeindlichen Organisation BDS zusammenarbeiten.

Die LHG Mannheim,

Preisträgerin in den Jahren 2012 und 2014, ist nach einer Dornröschenphase wieder sehr aktiv und nach einem Wahlkampf mit frechen und witzigen Aussagen wieder mit 15,1% der Stimmen im Studierendenparlament vertreten. Für eine AStA-Beteiligung hätte es von der Mandatszahl her gereicht, doch konnte sich eine andere Gruppe nicht von den in der Öffentlichkeit weit vertretenen Stereotypen gegenüber Liberalen nicht lösen. Dennoch wird die Gruppe ihre Vorschläge für anonymisierte Prüfungen, die Anerkennung von fachfremden Modulen für die Examina und die Pilotierung von Unisex-Toiletten von den Oppositionsbänken umzusetzen versuchen.

Die LHG Osnabrück

erhielt ebensfalls einen Teilnahmepreis. Sie konzentriert sich auf ihre Arbeit an der Uni Osnabrück und zeigte sich – abgesehen von ihrem aus Trier zugezogenen Neuzugang Lukas Tiltmann – bislang nicht so präsent auf LHG-Bundesebene. Dafür übernahm sie aber im neu gegründeten Landesverband Niedersachsen Verantwortung. An der Hochschule selbst ist die Gruppe aktuell mit 5 von 49 Sitzen im Studierendenparlament vertreten und engagiert sich als Oppositionsgruppe wie die Gruppe Aachen für Offenheit und Transparenz des AStA-Handelns. Außerdem organisierte sie viele Veranstaltungen mit prominenten Diskutanten zu Bildungs- und anderen Themen.

Die LHG an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

wurde mit großem Abstand vor den anderen fünf teilnehmenden Gruppen vom Preiskomitee zur Liberalen Studentengruppe des Jahres 2018 gewählt. Die Münsteraner LHG überzeugte nicht nur durch ein mit 15,3 % sehr gutes Wahlergebnis, mit provokanter Öffentlichkeitsarbeit zu aktuellen Themen an ihrer Hochschule wie der Qualität des Mensa-Essens und der Einführung von Online-Vorlesungen, mit einem ansprechenden Internet-Auftritt und der geschickten Nutzung der „sozialen“ Medien sowie einem kontinuierlichen personellen Engagement im LHG-Bundesvorstand und der Organisation einer der größten Bundesmitgliederversammlungen im Januar 2018. So konnten die sechs auf der Bundesmitgliederversammlung in Frankfurt am Main vertretenen Delegierten aus der Hand unseres Präses Alexander Bagus die Verleihungsurkunde in Empfang nehmen. Der Preis ist mit einer Geldzuwendung von 250 Euro und fünf Seminargutscheinen für eine beitragsfreie Teilnahme an Veranstaltungen des LHG oder VLA dotiert.

Der VLA gratuliert allen teilnehmenden Gruppen, insbesondere natürlich der Siegergruppe LHG Münster zur erfolgreichen Teilnahme am Wettbewerb und freut sich jetzt schon auf viele Bewerbungen im nächsten Jahr.