Kategorie: Allgemein

vom 2. Mai 2019

Alles offen beim Brexit

Spannende Diskussion über Großbritannien, die Strategie der britischen Regierung und die Einigkeit der übrigen EU-Mitgliedsstaaten

„Drei Wetten im Zusammenhang mit dem Brexit habe ich bereits verloren“, erklärte Dr. Sven Mossler, Leiter der Arbeitseinheit Brexit in der Europaabteilung des Auswärtigen Amtes, den Anwesenden liberalen Akademikern und Freunden des Verbandes. Weitere Einschätzungen zum Fortgang des Brexits will er daher lieber nicht mehr abgeben. Aus seiner Sicht ist grundsätzlich alles denkbar: harter Brexit nach dem 31. Oktober, geregelter Austritt nach Ratifizierung des ausgearbeiteten Abkommens bis dahin oder auch Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union.

Anlass seiner Ausführungen war das Regionaltreffen des Verbands liberaler Akademiker in Berlin am Vorabend des Bundesparteitages der Freien Demokraten. Ein buntes Publikum in gemütlicher Gesprächsatmosphäre fand sich im Lokal Walhalla, der Stammkneipe der Berliner VLAler, ein.

Ursache, Auswirkungen und Folgen

Zu Beginn schilderte Dr. Mossler in aller Kürze die Entwicklungen der Brexitverhandlungen seit 2016 bis zum aktuellen Tag. Die anschließende Debatte drehte sich insbesondere um die Ursachen der Entscheidungen, die Auswirkungen auf das britische Parteien- und Verfassungssystem sowie die Folgen eines harten Brexits.

Faktenreich legte Dr. Mossler dar, dass die Industrie auch einen harten Brexit oftmals längst eingepreist habe. Frankreich habe zudem Lagerkapazitäten im Raum Calais geschaffen. Für den Fall eines ungeregelten Austritts seien eine Reihe von Maßnahmen getroffen worden, um die schwerwiegendsten Folgen zumindest abzufedern: Britische Touristen sollen sich problemlos drei Monate in den übrigen EU-Mitgliedsstaaten aufhalten dürfen sowie EU-Bürger als Touristen in Großbritannien. Auch die Fortsetzung des Flugverkehrs sei für einen solchen Fall jedenfalls vorübergehend geregelt. Klein- und mittelständische Unternehmen stünden jedoch vor großen Herausforderungen. „‚Wie fülle ich eigentlich eine Zollerklärung aus?‘ werden sich dann viele Unternehmer fragen“, hob Dr. Mossler hervor.

Nordirland: Gefahr eines Wiederaufflammens der blutigen Auseinandersetzungen

Nichtsdestotrotz macht er deutlich, dass ein harter Brexit eine Bedrohung für den Frieden in Nordirland bedeute. Eine offene Grenze wollen sowohl Großbritannien  als auch die Republik Irland erhalten. Ein harter Brexit habe aber zwingend Grenzkontrollen zur Folge. Dann bestünde die Gefahr eines Wiederaufflammens der blutigen Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland.

Am verhandelten Austrittsabkommen, das alle rechtlichen Punkte des Brexits regelt, werde die EU der 27 nicht mehr rütteln lassen. Das stünde fest. Beim zweiten Teil des verhandelten Pakets, der politischen Erklärung über das künftige Verhältnis zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich, gebe es jedoch Spielraum. Immer wieder hob der Referent auf die nicht unbedingt zu erwartende Einheit zwischen den 27 EU-Staaten gegenüber Großbritannien ab. Versuche der britischen Regierung, diese mit Einzelverhandlungen auseinander zu dividieren, seien nicht gelungen. „Bei allem Drama um den Brexit und möglichen Folgen, ist diese Einigkeit der EU der 27 doch ein gewisser Erfolg.“

Für die Diskutanten ließ dies eine Hoffnung: Diese Einigkeit kann ein Chance sein und zur Stabilisierung der Europäischen Union beitragen. Die Ungewissheit beim Brexit bleibt, weitere Verlängerung über den 31. Oktober 2019 hinaus nicht ausgeschlossen.

vom 8. April 2019

Regionalreffen in Berlin 2019

Wir wollen das Frühjahr sowie Synergieeffekte nutzen: Am Donnerstagabend, den 25. April 2019, dem Vorabend zum FDP-Bundesparteitag in Berlin, kommen wir zu einem Regionaltreffen in der Bundeshauptstadt zusammen. Um 19.30 Uhr treffen wir uns im Lokal Walhalla (Krefelder Str. 6, 10555 Berlin, Nähe U-Bahn-Haltestelle Turmstraße).

Da wir uns zu Pfingsten mit Europa beschäftigen werden, ist das Thema des Regionaltreffens sicherlich eines, das Diskussionsthema des kommenden Pfingstseminars sein wird: Der Brexit.

Weiterlesen
vom 16. Februar 2019

Europa 2030: Pfingstseminar 2019 in Lübeck

In Zeiten eines aufkommenden Euroskeptizismus, wachsender populistischer Parteien und Verstöße gegen die selbsterlegten Normen und Werte, wird eine grundlegende Betrachtung der Europäischen Union notwendig. Die Ausgangsfrage ist dabei einfach: Mehr Europa oder weniger?

Weiterlesen
vom 14. Januar 2019

open house @ VLA

Neues Veranstaltungsformat aus der Taufe gehoben

Im Sommer 2018 kamen Teile des VLA-Präsidiums mit liberalen Studentinnen und Studenten aus dem gesamten Bundesgebiet im Rahmen eines LHG-Seminars in Würzburg zusammen. Zahlreiche Punkte zur Verbesserung der Zusammenarbeit und des Angebots des VLA wurden besprochen. Ein Ergebnis dessen war die Schaffung eines neuen Veranstaltungsformats, um den Austausch zwischen LHG und VLA auf der lokalen Ebene zu stärken, sich gegenseitig kennenzulernen, zu diskutieren und zu vernetzen. Das soll möglichst im privaten Rahmen geschehen.

Weiterlesen
vom 14. Dezember 2018

Rückblick: Regionaltreffen in Bonn

Homöopathie als vermeintlich sanfte Alternative zur Schulmedizin erfreut sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit. Doch kann sie einem wissenschaftlichen Blick Stand halten? Rund 50 Conseniorinnen, Consenioren und Gäste waren der Einladung zu dem gemeinsam mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit durchgeführten Regionaltreffen in Bonn gefolgt, das erstmals an einem Vormittag im Restaurant Bühne nahe der Bonner Oper stattfand.

Weiterlesen
vom 13. November 2018

R.I.P. Barthold C. Witte

Am 1. November 2018 endete ein großes Kapitel der Geschichte des Verbands liberaler Akademiker (VLA). Das letzte Gründungsmitglied, Dr. Barthold C. Witte, schloß nach langer, schwerer Krankheit das letzte Mal die Augen. Er entschlief friedlich im Alter von stolzen 90 Jahren.

Weiterlesen

vom 6. September 2018

Zeitzeugengespräch – LHG Bonn zu Gast bei Wolfgang Schollwer

Anfang August gab es eine kleine Premiere für Liberale Hochschulgruppe (LHG) Bonn und den Verband liberaler Akademiker (VLA): Ein erstes Zeitzeugengespräch mit einst an führender Stelle tätigen VLA-Mitgliedern fand statt.

So hatten LHG-Mitglieder mit VLA-Präses Alexander Bagus gemeinsam das große Vergnügen, Wolfgang Schollwer am Fuße des Bonner Venusbergs zu besuchen. Bei schönstem Sommerwetter saßen die Gäste von Herrn Schollwer auf der Terrasse seiner Seniorenresidenz und begegneten einem faszinierenden Mann, dem man die 96 Jahre seines bewegten Lebens wahrlich nicht ansieht.

Weiterlesen